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Father Mother Sister Brother

Father Mother Sister Brother

USA/F/I/D/IRL 2025, R: Jim Jarmusch, D: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, 111 min

Jim Jarmusch hat im Kino längst seine eigene Nische. Die Hauptzutaten seiner Filme: entspanntes Tempo, lässige Protagonisten, wortkarge Dialoge und ein unaufdringlicher, gleichzeitig formbewusster Regiestil. Dazu Einflüsse, die von amerikanischem Hip-Hop bis zu europäischem Autoren-Kino reichen. Sein neuestes Werk, in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, widmet sich dem Thema Familie. Genauer: den Beziehungen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern. Erzählt wird episodisch, in New Jersey, Dublin und Paris. In den Hauptrollen bekannte Jarmusch-Gesichter wie Cate Blanchett und Adam Driver neben neuen wie Vicky Krieps, die sich mühelos in ihre Rolle einer flatterhaften Influencer-Tochter fügt. Kunstvoll verwebt der Film seine Geschichten – auch so ein Jarmusch-Kennzeichen, der hier lustvoll aus seinem eigenen Kanon zitiert: die Begegnungen in »Coffee and Cigarettes«, lange Autofahrten, der Kleinkriminelle Tom Waits aus »Down by Law«, diesmal ein unehrlicher Vater. Melancholisch geht es zu zwischen den Familienmitgliedern. An den Esstischen wechselt sich Schweigen ab mit hilflosen Bemerkungen. Lustig wird es in den Missverständnissen. Manchmal auch philosophisch. Darunter läuft leise der von Jarmusch eingespielte Soundtrack. Nach dem eher durchwachsenen »The Dead don’t die« kehrt er mit »Father Mother Sister Brother« zu alter Form zurück. Ein zärtliches Spätwerk. Josef Braun


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