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Nouvelle Vague

Nouvelle Vague

F 2025, R: Richard Linklater, D: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, 106 min

Im Spätsommer 1959 dreht der bis dahin als Filmkritiker tätige Jean-Luc Godard einen Krimi, der Filmgeschichte schreiben und diese nachhaltig beeinflussen wird. »Außer Atem« avanciert zum Aushängeschild der »Nouvelle Vague« getauften, innovativen Art und Weise, Filme zu erschaffen und zu erzählen – mit Handkameraeinsatz, improvisierten Dialogen und fragmentierter Handlung. US-Regisseur Richard Linklater, dessen Werke wie die »Before …«-Trilogie oder »Boyhood« maßgeblich hiervon beeinflusst sind, setzt nun nicht nur »Außer Atem« und allen daran Beteiligten, sondern gleich der gesamten cineastischen Umbruchsära um 1960 herum ein Denkmal, wenn er die Dreharbeiten zu jenem Meilenstein nachstellt und einfängt, natürlich in Schwarz-Weiß und im Format 1,37:1 wie einst. Dabei geben sich im Minutentakt Godards Kollegen wie François Truffaut, Claude Chabrol und Éric Rohmer ein Stelldichein, während der despotische, aber nie bösartige, geniale Regisseur die aufstrebende US-Schauspielerin Jean Seberg an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt und ihr Co-Star, ein gewisser Jean-Paul Belmondo, lächelnd und lässig durchzieht. Und das Schönste daran ist: Linklaters Film kommt authentisch und voller Namedropping, Anekdoten und ikonischer Bilder daher, bereitet aber erstaunlicherweise auch dann viel Vergnügen, wenn man nahezu nichts über die Nouvelle Vague und ihr Drumherum weiß. Peter Hoch


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