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Brutalismus 3000

Brutalismus 3000

Columbia Records

Harmony

In einem der dämlichsten musikjournalistischen Artikel des letzten Jahres wurde extra ein Kriminologe engagiert, um sich mit den Texten des Berliner Rave-Pop-Duos Brutalismus 3000 auseinanderzusetzen. Der kam zu dem Schluss, dass die beiden aufgrund ihrer drastischen Sprache und Gewaltdarstellungen zwar »lästig und abstoßend« seien, aber zumindest nicht verboten werden müssten. Na, Gott sei Dank, sonst wäre uns nämlich eines der aktuell interessantesten deutschen Pop-Phänomene verloren gegangen – interessant gerade wegen der Drastik in Sprache und Sound. Mit ihrem übersteigerten Mix aus Hardcore-Techno, Gabber und Punk (quasi Blümchen in dystopisch) traf das Duo einen Nerv, wie man so sagt, und avancierte kurzerhand zu einem der international angesagtesten deutschen Pop-Acts der letzten Jahre. Diese Internationalisierung hört man dem zweiten Album »Harmony« deutlich an. Statt auf Deutsch und Slowakisch wie noch auf dem Debüt »Ultrakunst«, singt Victoria Daldas diesmal vor allem auf Englisch. Auch der Sound löst sich von seinen Berliner-Techno-Bunker-Ursprüngen und wird durch verschiedene Einflüsse wie Metal-Gitarren, Trap-Beats und Hyperpop-Eskapaden erweitert. Ansonsten machen Brutalismus 3000 halt das, was sie gut können: hart eskalieren! Übersteuerte Bässe, hämmernde Kicks, aggressiv verzerrte Vocals – das Ganze ist mal wieder ein Fest für Freundinnen und Freunde überreizten Geballers. Stellenweise hat man es mit der Übertreibung dann aber doch etwas übertrieben. Vor allem die erste Hälfte des Albums ächzt unter der Last der Eskalation und man atmet auf, wenn mit dem Track »Morning is for the Happy« eine dringend nötige Spoken-Word-Verschnaufpause eingelegt wird. Aber gut, das ist Meckern auf hohem Niveau, besser als die meisten anderen deutschen Pop-Exporte (Was gibt’s da? Scorpions, Modern Talking, Rammstein?) ist das Ganze allemal! Yannic Köhler


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