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Das perfekte Schwarz

Unbunt

Cinémathèque in der Nato, 19./20., 24./25., 27., 29.11.

Bewertung: 3 Kreuzer

D 2019, Dok, 78 min, R: Tom Fröhlich

Schwarz ist die Abwesenheit von Licht oder ein optischer Zustand, bei dem keine visuellen Reize die menschliche Netzhaut erreichen. Auch wenn in »Das perfekte Schwarz« diese und andere Definitionen geliefert werden, etwa von einem Astrophysiker, geht es Regisseur Tom Fröhlich (»Ink of Yam«) nicht allein um eine wissenschaftliche Annäherung an das Phänomen Schwarz und seine jeweilige Manifestation, z. B. am Nachthimmel oder auf einer Buchseite. Im Zentrum des Filmes stehen vielmehr sechs Protagonisten, darunter eine Trauerbegleiterin und ein Tätowierer, die jeweils über ihre Beziehung zur Farbe und deren symbolischen Gehalt ausschnitthaft porträtiert werden. Die Musikerin Katja Krüger kann als Synästhetikerin aufgrund ihrer physiologisch-sensorischen Veranlagung Schwarz und andere Farben akustisch wahrnehmen und in Tonfolgen übersetzen. Mittlerweile halbseitig erblindet, hat Dieter Kirchner über 30 Jahre damit verbracht, eine Technik zu entwickeln, ein möglichst intensives Schwarz herzustellen. Künstler und Fotografen wie Sebastião Salgado und Annie Leibovitz lassen ihre Arbeiten bei ihm drucken. Neben klassischen Talking-Head-Situationen zeigt »Das perfekte Schwarz« – und das unterscheidet ihn von einer bloßen Dokumentation – seine Protagonisten bei der Verrichtung ihrer Arbeit. Lange, statische Einstellungen verorten sie in ihren örtlichen und sozialen Kontexten; mit zum Teil großem technischen Aufwand, etwa Tiefseeaufnahmen, wird der Blick für Naturphänomene geweitet.

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