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Der See der wilden Gänse Größeres Bild

Der See der wilden Gänse

Neon-Noir

Passage Kinos, ab 27.8., Schaubühne Lindenfels, ab 24.9., Cinémathèque in der Nato, 25./26., 28.–30.9.

Bewertung: 5 Kreuzer

CHN/F 2019, auch OmU, 113 min, R: Yi’nan Diao, D: Ge Hu, Lun-Mei Kwei, Fan Liao

Eine Eröffnungsszene wie aus einem Wong- Kar-Wai-Film: Regen, eine Frau in Rot mit Schirm an der Straßenecke, an der ein blutender Mann lehnt. Sie bittet ihn um Feuer und so entspinnt sich eine mitreißende Gangsterballade in der Provinz Wuhan, die am »See der wilden Gänse« enden wird. Als Zenong Zhou an einem Abend in sein Hotel zurückkehrt, will er eigentlich nur seine Ruhe. Doch der Abstieg in den untersten Keller des Gebäudes zieht den Kleinkriminellen hinein in eine blutige Auseinandersetzung konkurrierender Motorraddiebe, die in einem Wettstreit gipfelt: Wer in dieser Nacht mit seinen Männern die meisten Maschinen stiehlt, bekommt den lukrativsten Bezirk. Der Beginn einer langen Nacht und einer atemlosen Flucht, in der jeder der Beteiligten nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist. Regisseur Diao Yin’an, der bereits mit seinem zweiten Spielfilm »Feuerwerk am helllichten Tage« den Goldenen Bären der Berlinale gewann, bleibt der Welt der zwielichtigen Typen verhaftet. Dabei verneigt er sich tief vor dem Film Noir der Frühzeit des Kinos und spielt mit Licht und Schatten, taucht seine Figuren aber auch in das Neonlicht des Hongkong-Kinos. Das alles ist ein Fest für Cineasten und fesselt darüber hinaus mit einem packend erzählten Plot, der zahlreiche Haken schlägt und auch schon mal die Seiten wechselt, mit seiner Sympathie aber immer bei den Underdogs bleibt, die auch nur Opfer der Umstände sind.

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