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Ed O’Brien

Ed O’Brien

Transgressive Records

Blue Morpho

Natürlich muss hier der Name Radiohead fallen. Schließlich ist die Band aus Oxford absolut einzigartig in der Musikindustrie, veröffentlicht nur noch einmal pro Dekade ein neues Album, ohne sich um Erwartungen zu scheren, und existiert so weitgehend krisenfrei in gleicher Besetzung seit mehr als dreißig Jahren. Der kommerzielle und künstlerische Erfolg bringt aber auch einen gewissen Druck mit sich. Der Kahn ist schwerfällig geworden. Thom Yorke und Johnny Greenwood haben sich davon bereits solo und in ihrem Seitenprojekt The Smile freigespielt. Nun legt Gitarrist Ed O’Brien den Nachfolger zu »Earth« vor. Auf seinem 2020er Solo-Debüt probierte er noch recht frei diverse Stile aus und ließ dabei einen roten Faden vermissen. Das ist jetzt anders. »Blue Morpho« ist ein kohärenter Trip ins Unterbewusstsein. Der Titel beschreibt die Phase der Entstehung. O’Brien verarbeitet mit dieser Musik eine langwierige Depression. Die Musik, die in seinem Haus in Wales entstand, eröffnete ihm einen Ausweg. Die sieben Stücke klingen dennoch alles andere als dunkel und deprimierend. Vielmehr schimmert immer die Hoffnung durch die rund 40 Minuten Singer/Songwriter-Pop, mal reduziert mit der Akustikgitarre, mal groß arrangiert mit Orchester, produziert von Paul Epworth (Adele). Ein selbstbewusstes, eigenständiges Werk, das einem auch wieder O’Briens Einfluss auf den Sound seiner Band vor Ohren führt. Lars Tunçay


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