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Gothic 1 Remake

Gothic 1 Remake

Entwickler: Alkimia, Publisher: THQ Nordic, Plattform: PC, Playstation 5, Xbox Series X/S, Preis: 50–60 €

»Zuerst wollte ich etwas über deine dürren Ärmchen sagen, aber dann ist mir deine hässliche Fresse aufgefallen.« – Nein, das hat nicht mein kreuzer-Kollege Jan Bojaryn zu mir gesagt, als ich mit der Abgabe dieses Textes zu spät dran war. Der Kommentar stammt aus dem Rollenspiel »Gothic«, für viele Fans das wichtigste deutsche Kulturerzeugnis seit Menschengedenken. Nun ist die Neuauflage erschienen, entwickelt in Spanien. Können die das dort? Und wie! Offenbar haben die Entwickler jede Codezeile des Originals seziert und alles herausgefiltert, was Fans an »Gothic« lieben. Da ist zuallererst dieser Drang zum Leiden. Die Neuauflage ist wie das Original sauschwer: Monster töten die Spielfigur oft mit nur einem Hieb. Um überhaupt zu überleben, neue Ausrüstung zu kaufen und schlussendlich aus einer Gefängniskolonie zu entkommen, schließt man sich einer der drei Fraktionen im Spiel an. Den Reichen und Nicht-ganz-so-Schönen aus dem Alten Lager, den Haudegen und Wassermagiern im Neuen Lager oder den Kiffern im Sumpflager. Alle Siedlungen wurden neu designt und bringen sogar Fans in Verlegenheit, die im alten Spiel jeden Weg auswendig kannten. »Gothic« ist so glaubwürdig, es ist wunderbar: Die Bewohnerinnen und Bewohner hämmern an ihren einsturzgefährdeten Hütten herum, trinken Bier und schnuppern zum Feierabend unter ihren Achseln. Neulinge könnten an dem Remake scheitern. Leidgeprüfte Fans des Originals freuen sich genau darauf. Und nun entschuldigen Sie mich bitte, ich muss ein paar Fressen demolieren. Denis Gießler


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