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Grodock + Carsten Vollmer

Grodock + Carsten Vollmer

Sekunde

Höchste Töne schlägt Grodock, der Fantasiesprachen-Alias von David Leutkart, an, um den Glanz des »Stahlbad[s]« hörbar zu machen. Man lauscht der bedrohlichen Weite, dem Grau, der Kühle in dem gerade mal 36-sekündigen Stück. Eines von vielen auratischen Nummern des Mitbegründers vom Leipziger Noise Label Grubenwehr Freiburg. Dessen Titel verweist auch auf sein ambitioniertes Ziel, nämlich experimentelle Musik aus dem Untergrund zu retten beziehungsweise zu bergen, zu bewahren. Daran schließen sich mehrere Stücke Carsten Vollmers an, deren roher, brachialer Sound anfangs bedrängt und alsbald in eine geräuschvolle, tragende Trance lockt. Er bezeichnet sich selbst als Noise-Aktivist, ist Begründer des Labels Cat Killer und erkundet mit selbst gebauten Instrumenten bisher ungehörte Klanglandschaften. Und zwischen der bemerkenswert langen Songliste des Albums »Sekunde« entladen sich die Kräfte der verschieden gepolten Klänge hörbar: Die sphärische Weite Grodocks leuchtet, während sie auf Vollmers lärmende Unruhe trifft. Der Zusammenklang kulminiert in den Stücken »Die Tanzende Sekunde« und »Die Sekunde«, bei denen so eine Art hohe, hektische Frequenzeinstellungen einen ungehörten Sog in den Suchlauf aufwirbeln. Ebenda formt sich im Flirren und Rauschen, im Quietschen und Knistern ein hypnotischer Rhythmus – ungeheuerlich! Was für eine elektrisierende Kollaboration. Claudia Helmert


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