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Jon Batiste

Jon Batiste

Universal Music

Black Mozart (Batiste Piano Series Vol. 2)

So einflussreich die Hochphase der klassischen Musik bis heute ist, so weiß ist sie doch viel zu oft in ihrer äußeren Repräsentation geblieben. Höchste Zeit also, das zu ändern – dachte sich wohl auch Jon Batiste, der sein neues Album nicht ganz zufällig »Black Mozart« getauft hat. Der US-amerikanische Pianist setzt damit seine preisgekrönte »Batiste Piano Series« fort, die zuletzt vor zwei Jahren mit »Beethoven Blues« ein großes mediales Echo hervorgerufen hat. Nun könnte man getrost einwenden, dass es Beethoven- und Mozart-Interpretationen wie Sand am Meer und Swifties in den sozialen Medien gibt. Und in der Tat könnte man das Gros der darauf versammelten Melodien von »Alla Turc« bis »Gospel Andante« potenziell von einschlägigen »Klassik für Kinder«-Compilations kennen. Interessant sind daher vielmehr die musikalischen Zwischenräume, die Batiste wie bereits auf seinem Vorgänger mit großem Mut zur (unbedingt notwendigen!) Majestätsbeleidigung neu belebt. So wimmelt es von Blue Notes und kleinen dissonanten Spannungen, die sich aber zumeist nach kurzer Zeit wieder im harmonischen Wohlgefallen auflösen. Zwar besticht die Platte an vielen Stellen mit einem im oft doch eher steifen Klassikkosmos nur selten zu hörenden spielerischen Feingefühl. Doch eins mit Langzeitwirkung, wie Batiste es etwa mit seinem hochgelobten Album »We are« (2021) bereits kreiert hat, wird »Black Mozart« eher nicht werden. Wer nun aber im Jahr 2026 unbedingt das Gefühl haben sollte, Mozart entdecken zu wollen, der sollte am besten mit dieser Platte anfangen. Luca Glenzer


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