King Gizzard and the Lizard Wizard

King Gizzard and the Lizard Wizard

Alien Metal

In der Schaltzentrale der glubschäugigen und schleimig anmutenden Alien-Pfütze lenkt ein putziges Mini-Metallmännchen die Geschicke. Ein Amalgam aus Glibber und Metall. »Alien Metal« also. Aber wer jetzt denkt, hier warte ein Metal-Album: Weit gefehlt! Die umtriebige australische Band hat 2023 nach dem unausgegorenen »Butterfly 3000« mit »The Silver Cord« ihr zweites elektronisches Album vorgelegt. Das seitdem kontinuierlich wachsende Interesse der Band an modularen Synthesizern schlägt sich auch bei ihren Konzerten seit Ende 2024 in ausufernden Elektronik-Interpretationen ihrer Songs nieder. So auch bei »Alien Metal«. Das klingt zu großen Teilen deutlich düsterer als noch »The Silver Cord« und wagt einen vielfältigeren Griff in die elektronische Trickkiste: Von modulierten Gesangsspuren, Breakbeats (»Level 5«), Claps vom Band (»Superheavy, Supercritical«) und Crescendo-Drops bis Psytrance-Sounds (»Sapience«) ist alles dabei. Bewanderte Fans von elektronischer Musik lockt das mit Sicherheit nicht hinterm Ofen hervor. Wegweisendes oder Außergewöhnliches ist auf »Alien Metal« schlicht nicht zu finden. Wie die Band es aber schafft, sich authentisch und handwerklich überzeugend neuen Genres zu widmen und trotzdem klar erkennbar bei sich zu bleiben, ist immer wieder beeindruckend. Die neuesten Mitschnitte vom eigenen Festival der Band zeigen, dass die Songs – wie so oft bei elektronischer Musik – live mehr zu bieten haben als auf Platte. Jakob Semmer


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