anzeige
anzeige
Little Trouble Girls

Little Trouble Girls

SLO/I/KRO 2025, R: Urška Djukić, D: Jara Sofija Ostan, Mina Švajger, Saša Tabaković, 89 min

Nahaufnahmen von Augen, Mündern, Ohren oder Fingern, die an Haarsträhnen spielen. Dazu der glockenhelle Gesang der Mädchen. Lucías Blick gleitet durch den Raum. Die 16-Jährige ist eine Träumerin. Minutenlang fixiert sie den Olivenbaum im Hof des Konvents, während die anderen Mädchen hinter ihr tuscheln. Sie ist mit ihren Mitschülerinnen auf einer Chorfahrt, angeführt von ihrem autoritären Musiklehrer. In der Abgeschiedenheit unter den Nonnen sollen sie die Kantaten einstudieren, doch vor allem die vorlaute Ana-Marija hat andere Dinge im Kopf und stiftet Lucía dazu an, die schwitzenden, kräftigen Hilfsarbeiter auszuspionieren. Fasziniert von Lucías Unschuld verführt sie ihre Mitschülerin dazu, die strengen Regeln zu brechen, und zu ihrem ersten Kuss. Die chaotische Gefühlswelt heranwachsender Mädchen und ihr sexuelles Erwachen fasst die slowenische Regisseurin Urška Djukić in einen sinnlichen, rauschhaften Film. Die Kamera von Lev Predan Kowarski fängt die Wahrnehmung Lucías in intensiven Bildern ein. Dazu der betörende Gesang, der von den alten Mauern widerhallt – »Little Trouble Girls«, der seine Premiere im Encounters-Wettbewerb der Berlinale feierte und dort den Preis der internationalen Filmkritik gewann, ist ein förmlich fühlbarer Film. Die Leistungen der jungen Hauptdarstellerinnen, die hier zum ersten Mal vor der Kamera standen, ist bemerkenswert. Auf die Monotonie und Langsamkeit dieser Sommertage muss man sich allerdings einstellen. Lars Tunçay


Weitere Empfehlungen