anzeige
anzeige
Madame Kika

Madame Kika

B 2025, R: Alexe Poukine, D: Manon Clavel, Ethelle Gonzalez Lardued, Makita Samba, 104 min

Die Story klingt wie aus einem Film der Dardenne-Brüder oder von Ken Loach: Eine junge Mutter verliert ihren Partner. Angesichts steigender Mieten kann sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten. Weil sie aber keine Sozialhilfe beantragen will, beginnt sie, sich als Sexarbeiterin zu verdingen. Tatsächlich gibt es Gemeinsamkeiten zu den sozialrealistischen Werken der genannten Regisseure: eher triste Umgebungen, wenig Musik, ein großes Herz für die Communitys in den Arbeitervierteln. Doch der Fokus der belgisch-französischen Regisseurin Alexe Poukine liegt zunächst auf ihrer Protagonistin Kika. Dicht bleibt die Kamera ihr auf den Fersen, dokumentiert ihre Versuche, sich nach ihrem Verlust ein neues Leben aufzubauen. Manon Clavel spielt das grandios – die Trauer einerseits und andererseits den Sprung ihrer Figur in die Welt der Prostitution. Diese wird in einer Genauigkeit porträtiert, wie man das selten sieht. Da können erwachsene Männer Windeln tragen oder Schuhe ablecken. Immer behält der Film seinen empathischen Blick und auch Kika beginnt sich durch ihre neue Umgebung zu verändern. Etwas bricht in ihr auf in den roten Zimmern des Stundenhotels. In Gemeinschaft mit den anderen Sexarbeiterinnen, die sie rasch unter ihre Fittiche genommen haben. »Madame Kiki« feierte Premiere in Cannes, steht in der Schlange für die Césars, ist ein berührender Film. Zärtlich und so gut, dass man ihm alle Preise wünscht. Und ein möglichst breites Publikum. Josef Braun


Weitere Empfehlungen