N/S 2024, R: Dag Johan Haugerud, D: Andrea Braein Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, 119 min
Marianne ist schon lange Single und soll nun von ihrer besten Freundin mit Ole Harald verkuppelt werden. Der ist allerdings zweifacher Familienvater, und seine geschiedene Frau wohnt nur einen Katzensprung entfernt, damit es für die Kinder einfacher ist. Mariannes Kollege Tor ist schwul und bändelt gerne auf einer Fähre mit Hilfe einer Dating-App mit Gleichgesinnten an – für schnellen, unverbindlichen Sex. Aber als er auf diese Weise die Bekanntschaft mit Bjørn macht, ist alles anders als sonst, denn die beiden reden nur miteinander. Und Tor kann den deutlich älteren Bjørn danach einfach nicht vergessen. Mit »Liebe«, »Sehnsucht« (OT: »Sex«) und »Träume« hat Dag Johan Haugerud eine Trilogie realisiert, die in Berlin und Venedig ihre Weltpremieren feierte und jetzt vom Verleih als »Oslo-Stories« in die deutschen Kinos gebracht wird. Inhaltlich sind die Filme unabhängig voneinander, lediglich der Handlungsort Oslo und die thematische Klammer um zwischenmenschliche Beziehungen hält sie zusammen. In »Liebe« geht es nicht etwa um langjährige Zweisamkeit, sondern um den Neuanfang einer hetero- und einer homosexuellen Bindung. Haugerud wollte dabei keine umfassende oder allgemeingültige Gefühls- oder Beziehungsanalyse abliefern, sondern erzählt zwei ganz individuelle Geschichten über die Wege der Liebe, was ihm kurzweilig und unterhaltsam gelungen ist.