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Papperlapapp

Papperlapapp

Self-released

Live at Aquarium

Lautgedichte formt sie, bringt die Melodie, die Silben und Worten innewohnt, zum Klingen. Die Leipziger Sängerin Nora Benamara reiht dadaistische Versatzstücke aneinander, die um die geräuschvollen, zumeist dunklen Synthesizer-Impulse irrlichtern. Was für eine eindrucksvolle Onomatopoesie, ein starkes Stück! Dieser zweite Song ohne Namen, der gemeinsamen Improvisation der Leipziger Sängerin mit dem Klangkünstler Leon Goltermann zeigt, wie die beiden ihre vermeintlichen Gegensätze gegeneinander ausspielen: Der organische, leibliche Gesang, Helligkeit und Verletzlichkeit, stehen den brachialen, elektronischen Maschinensounds, Dunkelheit und Unumstößlichkeit nicht gegenüber – vielmehr schaffen sich die beiden ihre eigene Klangkulisse, deren Aufbau durch die Echtzeitmusik hörbar wird. Der Einstieg klingt noch fragil, doch bereits mit der dritten Improvisation sind die beiden umtriebig, man bekommt den Eindruck, als würden sie einen gemeinsamen Film imaginieren, den sie mit Geräuschen konturieren, mit Melodiefragmenten vorantreiben und mit ihrer Präsenz ausmalen. Wie der Albumtitel schon vorgibt, lauschen wir dem Konzert des Duos Papperlapapp im Leipziger Osten im Herbst 2025. Darauf ist übrigens auch die mitreißende Wirkung gebannt, die hier als kleine Zusammenfassung noch erwähnt sei: Am Ende der Stücke träumt das Publikum die Songs noch einige Augenblicke weiter, bis schließlich der lautstarke Applaus einsetzt. Claudia Helmert


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