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Silent Friend

Silent Friend

D/HUN/F/CHN 2025, R: Ildikó Enyedi, D: Tony Leung, Enzo Brumm, Luna Wedler, 147 min

Sie sind überall und beobachten uns. Stumme Zeugen der Zeit. Was denken Pflanzen über uns? Was fühlen sie? Die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi (»Körper und Seele«) stellt sich diese Fragen in ihrer Zeitreise durch drei Epochen. 1908 bewirbt sich Grete als erste Frau an der Universität in Marburg. Dort ist sie der Diskriminierung des Lehrpersonals schutzlos ausgeliefert und entdeckt ihre Leidenschaft für die Fotografie. 1972 lebt der junge Student Hannes am Rande der Stadt und verliebt sich in Gundula, ist aber zu schüchtern, den ersten Schritt zu machen. Im Jahr 2020, inmitten der Corona-Pandemie, sitzt schließlich der Wissenschaftler Tony auf dem menschenleeren Campus fest und studiert den Ginkgobaum im Garten der Universität. Der mächtige Baum ist der zentrale Protagonist von Enyedis philosophischem Film. Immer wieder sieht man die Ereignisse aus seiner Perspektive. Makroaufnahmen von Tautropfen, Spinnennetzen und Blättern verleihen dem Film etwas Abstraktes. Geredet wird wenig. In seiner zweieinhalbstündigen Laufzeit entwickelt der vielfach preisgekrönte Film einen Sog. Die Grenzen der Zeit verwischen, werden von einer Linie zu einer Ebene, die assoziativ alles vereint, ganz ähnlich wie Mascha Schilinski »In die Sonne schauen« inszenierte. In den Hauptrollen glänzen Tony Leung und Luna Wedler, die beim Filmfestival in Venedig mit dem Darstellerinnenpreis ausgezeichnet wurde. LARS TUNÇAY


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