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Under the Island

Under the Island

Entwickler: Slime King Games, Publisher: Top Hat Studios, Plattform: PC, Playstation 4/5, Switch, Preis: 20 €

Aus Hamburg kommt eins von diesen Spielen, die es in den letzten Monaten immer wieder gibt: die gut sind, aber bisschen unbekannt. Dabei leuchtet es sofort ein. »Under the Island« sieht aus wie ein Retro-Abenteuer nach der Kollision mit einem pfiffigen Jugendbuch. Die pixelige Heldin Nia landet auf einer Insel, stolpert augenblicklich in eine haarsträubende Weltrettungsgeschichte und macht sich bewaffnet mit einem Hockeyschläger und ihrer neuen Freundin Avocado auf, die möglicherweise untergehende Landmasse zu retten. Wie einst Link in »Zelda« muss auch Nia das Land erkunden, neue Waffen und Werkzeuge finden, Rätsel lösen, Gegner verprügeln und eine Handvoll Dungeons durchqueren. Wer alt genug ist, erkennt in der lustvoll surrealen Inszenierung vielleicht auch Klassiker wie »Earth Bound« wieder. Natürlich ist es etwa ganz normal, dass marodierende Zwiebelmännchen Passanten attackieren. Deswegen hat Nia ja auch einen Hockeyschläger dabei! Um stärker zu werden, besucht sie einen Fitnessguru, der dann aber kein Training veranstaltet, sondern Herzmünzen eintauscht. Solche Abkürzungen an aller Logik vorbei hin zu dem, was an einem Spiel Spaß macht oder funktioniert, ist der immer wiederkehrende alte Kunstgriff von »Under the Island«. Natürlich lässt man sich dazu rekrutieren, irgendwelche fremden Männer zu einem Picknick einzuladen oder vertrauliche Briefe im Postamt entgegenzunehmen, um sie dann freiwillig auszutragen. Das fand man schon als Kind einleuchtend. Ganz nebenbei ist das ein guter Trick, um die Erzählung immer wieder abzukürzen. Hier geht es mehr um Entdeckungen, kleine Rätsel und Geschicklichkeitstests, weniger um die persönliche Entwicklung irgendwelcher Charaktere. Warum fünf Dialogtafeln voller Text, wenn ein kurzer Witz reicht? Das ist das Smarte an »Under the Island« – es versteht ziemlich gut, was man an den alten Abenteuern geliebt hat, bringt nur die schönen Erinnerungen zurück und verschweigt die weniger schönen. (...) Jan Bojaryn


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