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Warning

Warning

Relapse Records

Rituals of Shame

Wer dachte, Boards of Canada würden sich 2026 mit ihrem neuen Album »Inferno« (s. kreuzer 7/2026) und den 13 Jahren, die seit dem Vorgänger vergangen sind, den Preis für die längste Zeit zwischen zwei Alben sichern, wird hiermit enttäuscht: Warning legen noch mal ganze sieben Jahre drauf und kehren nach ihrem herzzerreißenden Doom-Metal-Meilenstein »Watching from a Distance« mit »Rituals of Shame« zurück. Wer sich nicht bereits nach den ersten paar Akkorden des Titelstücks sicher ist, dass hier eine Warning-Platte läuft, weiß es spätestens, wenn der unverkennbar melodische und emotional gewichtige Gesang von Band- leader Patrick Walker einsetzt. »Rituals of Shame« könnte fast in derselben Session wie »Watching from a Distance« aufgenommen worden sein, so stark ist die klangliche Identität des Projektes, wäre da nicht eine deutliche Unterscheidung im Mixing festzustellen. Der Sound der neuen Platte ist wärmer und runder, büßt dadurch aber im direkten Vergleich mit dem kälteren und verhallten Vorgänger, ein wenig an Mystik und Charakter ein. Auch musikalisch wagen Warning vorsichtige Neuerungen: Die Arrangements fallen etwa auf dem Titeltrack und »Teacher« verspielter und weniger uniform aus als bisher. Auf der anderen Seite fallen die rohe Emotionalität von Walkers Stimme und den Texten aber auch hin und wieder seinem neu gefundenen Hang zu ausufernd verschlungenen Gesangsmelodien zum Opfer. »Rituals of Shame« ist trotzdem ein nahezu makelloser Nachfolger, der das Pech hat, mit einem perfekten Meilenstein verglichen zu werden. Jakob Semmer


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