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Dokblog 2013

Filmisches Heilmittel

CARACAS | Deutschland 2013, 54 min, R: Maximilian Feldmann | 4 Kreuzer

  Filmisches Heilmittel | CARACAS | Deutschland 2013, 54 min, R: Maximilian Feldmann | 4 Kreuzer

caracasSeine Reise nach Caracas hat sich Max irgendwie anders vorgestellt: als großen Befreiungsschlag, als Beweis, dass er etwas allein auf die Beine stellen kann. Doch die fremde Stadt überfordert ihn, ist zu laut. Kurze Zeit später steht er wieder bei seiner Mutter vor der Tür. Im Gepäck eine Diagnose: mittelgradige Depression. Die Krankheit lässt Max’ bisheriges Verhalten – seine Antriebslosigkeit, seine Müdigkeit – in einem anderen Licht erscheinen. Zumindest für sein Umfeld. Und so bittet er Ärzte, Verwandte und Freunde vor die Kamera, die zurück auf die vergangene Zeit schauen: Hätte ihnen etwas auffallen können? Wem muss der »Schuldball« zugeworfen werden? Mit den sehr ehrlichen Interviews, die nichts beschönigen und die Diagnose aber auch nicht unnötig dramatisieren, zeichnet Maximilian Feldmann in diesem Film sein eigenes Krankheitsbild nach. Er zeigt eindrücklich, dass eine psychische Erkrankung nicht allein vom Betroffenen getragen wird, sondern von seinem ganzen Umfeld. Damit dokumentiert Feldmann die Krankheit, sucht aber zum Glück nicht nach einem Patentrezept für deren Heilung. Denn die liegt vor allem im Film selbst. Schließlich hat Max seine Antriebslosigkeit überwunden und »Caracas« fertiggestellt.

> Di 29.10., 16 Uhr CineStar 4, Mi 30.10., 19.30 Uhr Schaubühne Lindenfels, Sa 2.11., 17.15 Uhr CineStar 6


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