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Dokblog 2013

Don Quijote im brasilianischen Gefängnis

C (US)TODIANS | Brasilien 2013, 89 min, R: Aly Muritiba | 3 Kreuzer

  Don Quijote im brasilianischen Gefängnis | C (US)TODIANS | Brasilien 2013, 89 min, R: Aly Muritiba | 3 Kreuzer

11a DOK Leipzig 2013_C(us)todians 01Die Verhältnisse sind katastrophal, als Jefferson Walkiu seinen Job als Gefängnisinspektor im brasilianischen Paraná State Penitentiary antritt. Über 900 Insassen müssen überwacht werden. Doch es mangelt an Personal und medizinischer Versorgung. Wenn keine der beiden Krankenschwestern im Haus ist, werden Schmerzmittel ab und an auch aus dem Privatbestand der Wärter ausgegeben.

Auf Schritt und Tritt verfolgt die Kamera die Wege des Inspektors durch kahle Gefängnisflure, zeigt, wie er Zellen nach Handys und Waffen durchsucht. Als Ausgleich zum harten Gefängnisalltag arbeitet Walkiu als Priester in einer evangelikalen Gemeinde. Dort hören ihm die Menschen wenigstens zu, wenn er von Wahrheit und Moral predigt. Doch schon am nächsten Tag warten auf ihn neue Auseinandersetzungen mit Gefängnisinsassen und Kollegen. Einzeln betrachtet beeindrucken diese Szenen. Sie gewähren einen schonungslosen Einblick in das brasilianische Gefängnissystem, das durch seine schlechte Ausstattung und die anhaltende Korruption der Wärter wohl niemals reibungslos funktionieren wird. So sehr sich Walkiu auch bemüht. Insgesamt bleiben die Bilder jedoch zu unkommentiert und zusammenhanglos. Aly Muritiba hält mit der Kamera drauf, erzählt aber keine Geschichte. Der Regisseur springt zu unstrukturiert zwischen den Ereignissen hin und her und macht es für den Zuschauer damit schwierig, den Geschehnissen durchweg zu folgen. Dadurch wirkt der Film streckenweise ebenso mühevoll wie die Arbeit der Gefängniswärter.

> Do 31.10., 20.15 Uhr, Fr 1.11., 17.15 Uhr CineStar 6


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