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Dokblog 2014

»VolksEigener Blick«

In diesem Jahr widmet sich die Retrospektive großen Künstlern, die häufig bei der Betrachtung der Wirkung eines Films unterschätzt werden: die DEFA-Kameramänner.

  »VolksEigener Blick« | In diesem Jahr widmet sich die Retrospektive großen Künstlern, die häufig bei der Betrachtung der Wirkung eines Films unterschätzt werden: die DEFA-Kameramänner.

Gemeinsam mit Regisseuren wie Volker Koepp oder Jürgen Böttcher entwickelten sie eine ganz eigene dokumentarische Handschrift, die bis heute international wiedererkannt wird. Ihr Talent, das weit in die dramaturgische Gestaltung der Filme hineinreichte, wurde bisher wenig beachtet. Dabei kann gerade dem Dokumentarfilm eine präzise Kameraarbeit erst seine Nähe, Brisanz und Bedeutung verleihen. Nicht ohne Grund verbannte die SED zahlreiche Werke der DEFA-Kameramänner, deren Aufnahmen des Realsozialismus zu kontrovers zur Eigenwahrnehmung standen, erteilte ihnen sogar Arbeitsverbote.

Diese Künstler an der Kamera verschiedener Generationen hatten alle ihren eigenen Stil und ihre eigenen Sujets, doch eines ist ihnen gemein: Eine Ausbildung an der Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg war Pflicht, um bei der DEFA arbeiten zu können. Hier entwickelten sie ihren speziellen Blick. DOK Leipzig teilt die Retrospektive daher ein in die »Lehrer« – wie Hans Dumke, der das Leben im Nachkriegsdeutschland dokumentierte – und deren »Schüler« – wie etwa der heutige Kamera-Filmhochschulprofessor Peter Badel. Insgesamt werden 36 Filme präsentiert, viele davon sind völlig unbekannt und wurden zu DDR-Zeiten verboten bzw. sind frühe Studien. Die Meister erhalten jeweils Einzelprogramme, angefangen bei Thomas Plenert über Hans-Eberhard Leupold, Werner Kohlert und Wolfgang Dietzel bis hin zu Christian Lehmann. Dabei gibt es in der Retrospektive großartige Arbeiten zu sehen wie etwa Plenerts »Rangierer«, »Elf Jahre alt«, der zuckersüße Teil der Reihe »Die Kinder von Golzow«, Andreas Kleinerts Porträt einer Kellnerin »Edith bei Clärchen« oder Peter Badels Erstling »Ostbahnhof«.

Viele dieser großen Kameramänner arbeiten auch heute noch erfolgreich in ihrem Metier und werden bei der Präsentation ihrer Werke persönlich in den Kinos dabei sein. Zudem veranstaltet das Festival begleitend zur Retrospektive am 30. Oktober ab 16.30 Uhr ein Panel im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, bei dem jeder eingeladen ist mit den Legenden zu diskutieren.


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