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Dokblog 2014

Let's rück together!

Schön, dass auch Werke von fast vierzigjährigen Filmemachern noch als jugendlich gelten. So bündelt der Wettbewerb für junges Kino 12 Erstlingswerke mit einem frischen Blick von jungen Regisseuren aus noch mehr Ländern. Thematisch dreht sich die Hälfte der Filme um die Krisenherde in der Ukraine, in Syrien oder Nordafrika. Gleich drei dieser Filme sind wiederum für den »Leipziger Ring«, die Auszeichnung der Stiftung Friedliche Revolution für künstlerische Dokumentationen nominiert. (Verleihung und Vorführung des Preisträgers am 29.10., 20 Uhr in der Nikolaikirche)

  Let's rück together! | Schön, dass auch Werke von fast vierzigjährigen Filmemachern noch als jugendlich gelten. So bündelt der Wettbewerb für junges Kino 12 Erstlingswerke mit einem frischen Blick von jungen Regisseuren aus noch mehr Ländern. Thematisch dreht sich die Hälfte der Filme um die Krisenherde in der Ukraine, in Syrien oder Nordafrika. Gleich drei dieser Filme sind wiederum für den »Leipziger Ring«, die Auszeichnung der Stiftung Friedliche Revolution für künstlerische Dokumentationen nominiert. (Verleihung und Vorführung des Preisträgers am 29.10., 20 Uhr in der Nikolaikirche)

Zum Beispiel erzählt »From My Syrian Room« mit den Mitteln der Kunst von syrischen Träumen. Weniger kunstvoll, dafür umso schonungsloser erreichen uns in »All Things Ablaze« die Kriegsbilder vom Kiewer Maidan. In »Waves« kommen enttäuschte junge Menschen nach dem Arabischen Frühling im ägyptischen Suez zu Wort. Dabei verwandelt sich Unsagbares in Animationssequenzen. Mit Wut und Desillusionierung reagieren auch Tunesier auf ihre Lebensumstände in »El Gort«.

Um persönlichere Identitätskrisen, die gleichwohl ein Licht auf die gesellschaftliche Wirklichkeit werfen, geht es im französischen Wettbewerbsbeitrag »Death of the Serpent God«, wo eine junge abgeschobene Frau im Senegal ihr Leben neu begründen muss. Ebenfalls aus Afrika kommen surreal anmutende Bilder in »Elephants Dream«, der auf den Straßen von Kinshasa seine Geschichten sucht und die ebenso im Kongo beheimatete Schülergruppe in »National Diploma«, die gegen übliche Korruption und Bestechung um ihren Schulabschluss kämpft.

Um den alltäglichen Kampf um Wohnraum, Bildung und Anerkennung drehen sich auch die Songs der drei Protagonisten im recht optimistischen »Jalanan«, die uns mit auf Busfahrt durch Jakarta nehmen.

Um das Bedürfnis nach Selbstbestimmung geht es auch im einzigen deutschen Film »Menschenliebe«, wo unter anderem die Frage nach Sex im Rollstuhl teils unbequem, teils herrlich spinnert beantwortet wird. Wer allerdings lieber einen dokumentarischen Western par excellence will, sollte den episch angelegten und toll fotografierten »Desert Haze« sehen.

Noch vergnüglicher geht’s in »6 Degrees« von Polen aus um die Welt, dem erhellenden Praxistest der Theorie, dass jeder Mensch nur 6 weitere Menschen von jedem andern Menschen entfernt ist.  Nicht zuletzt kann es auch quietschbunt zugehen in diesem sonst eher nachdenklich-bitterem Wettbewerb: Derösterreichische Filmessay »Double Happiness« über eine in die Tat umgesetzte chinesische Weisheit, indem man ein glückliches Alpendorf klont und nach China versetzt, ist wahrscheinlich an Absurdität kaum zu überbieten. Und damit letztlich so nah an der globalen Wirklichkeit, dass sich der Kreis in diesem formal vielseitigen und klug ausgewählten Programm wieder schließt.


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