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Dokblog 2014

Straßenmusik in Jakarta: »Jalanan«

Noch bevor der Film beginnt, tritt Regisseur Daniel Ziv am Dienstagabend vor sein Leipziger Publikum. Es solle sich ruhig trauen, sich mit den Protagonisten zu freuen. Obwohl sie zu den Ärmsten der Armen gehören. »It's okay to laugh with them!« Er lächelt. Überhaupt, trotz all der Kritik, die in den kommenden 107 Minuten folgen wird, lächeln irgendwie alle, fast durchgängig. Der Regisseur, das Publikum, die drei Helden auf der Leinwand, die ihre Lebensfreude selbst in den beschissensten Momenten nicht verlieren.

  Straßenmusik in Jakarta: »Jalanan« | Noch bevor der Film beginnt, tritt Regisseur Daniel Ziv am Dienstagabend vor sein Leipziger Publikum. Es solle sich ruhig trauen, sich mit den Protagonisten zu freuen. Obwohl sie zu den Ärmsten der Armen gehören. »It's okay to laugh with them!« Er lächelt. Überhaupt, trotz all der Kritik, die in den kommenden 107 Minuten folgen wird, lächeln irgendwie alle, fast durchgängig. Der Regisseur, das Publikum, die drei Helden auf der Leinwand, die ihre Lebensfreude selbst in den beschissensten Momenten nicht verlieren.

Der Kanadier ist ein Neuling im Dokumentarfilmen. 1999 zog er in die indonesische Hauptstadt Jakarta, arbeitete dort als Journalist, unter anderem für ein Stadtmagazin, wodurch er auf die Subkultur der Straßenmusiker aufmerksam wurde. Unbeachtet von der Gesellschaft ziehen sie tagein, tagaus durch die Straßen, singen mit ihren Gitarren in öffentlichen Verkehrsmitteln.

»They call this a democratic country, but it's still unsafe«, singt Bambang »Ho« Mulyono, einer der drei Musiker, die Daniel Ziv exemplarisch aus der Masse gepickt und fünf Jahre lang begleitet hat. «We are Indonesians but treated as aliens«, singt Ho weiter, seine Stimme ist rau und kratzig, es ist eine Stimme, die weiß, wovon sie erzählt. »Jalanan« klagt die indonesische Regierung an, er klagt ein Land an, das es nicht schafft, einen Platz für all seine Menschen zu schaffen und wo gleiche Rechte für alle noch immer ein Fremdwort sind. »I love Indonesia. But does Indonesia love me back?« fragt Ho.

Neben Hos erzählt der Filmemacher die Geschichte von Titi Juwariyah und Boni Putera, er folgt ihnen auf ihre Reise durch Jakartas Busse, steht an ihrer Seite, wenn sie mit dem Gesetz kollidieren und folgt ihnen sogar bis ins Gefängnis. Dabei entsteht eine magische, mal traurige, mal komische Geschichte von drei faszinierenden Künstlern, die niemals den Kopf hängen lassen.

Getragen wird der Film vor allem auch von den Liedern der Straßenmusiker, die ein bisschen nach Country klingen, nach Western Rock und Folk, gepaart mit sehr persönlichen Texten in indonesischer Sprache.

Daniel Ziv hat mit »Jalanan« ein famoses Erstlingswerk über drei Menschen geschaffen, von denen man sich in puncto Lebensfreude noch ziemlich viel abschauen kann und das zudem zeigt, dass Dokumentarfilme trotz des ernsten Inhalts schön sein und Spaß machen können.

Dok Internationales Programm / 5 Kreuzer

30.10., 19 Uhr, CineStar 5 // 1.11., 10.30 Uhr, Passage Kinos Universum


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