anzeige
Dokblog 2014

Zugeschaut: »Ulrich Seidl und die bösen Buben«

Der Filmemacher Constantin Wulff ist der erste, der es geschafft hat, seinem umstrittenen österreichischen Kollegen Ulrich Seidl bei der Arbeit über die Schulter zu blicken. Die Kamera begleitet Seidl während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film »Im Keller« (Filmstart in Deutschland: 4.12.) und der Theaterinszenierung »Böse Buben/Fiese Männer«. Kombiniert mit Ausschnitten aus dem filmischen Repertoire und persönlichen Gesprächen mit dem Regisseur kreiert Wulff ein einzigartiges Porträt, das versucht aufzudecken, was genau die »Methode Seidl« eigentlich bedeutet.

  Zugeschaut: »Ulrich Seidl und die bösen Buben« | Der Filmemacher Constantin Wulff ist der erste, der es geschafft hat, seinem umstrittenen österreichischen Kollegen Ulrich Seidl bei der Arbeit über die Schulter zu blicken. Die Kamera begleitet Seidl während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film »Im Keller« (Filmstart in Deutschland: 4.12.) und der Theaterinszenierung »Böse Buben/Fiese Männer«. Kombiniert mit Ausschnitten aus dem filmischen Repertoire und persönlichen Gesprächen mit dem Regisseur kreiert Wulff ein einzigartiges Porträt, das versucht aufzudecken, was genau die »Methode Seidl« eigentlich bedeutet.

ulrichseidl-300x180Wie geht der Filmemacher auf die Suche nach Menschen, die das hergeben, was er für seine Idee benötigt? Was genau ist das Besondere an der gemeinsamen Arbeit mit professionellen Schauspielern sowie Laien?

»Man sagt doch nicht, man suche besonders Abgründiges über Menschen, die es im Keller treiben«, erzählt Seidl und beschreibt, wie er, am Beispiel seines neusten Filmes, anfängt, sich zuerst nach Nichtigkeiten zu erkundigen und sich dann zum Besonderen durchfragt. Der Zuschauer ist live dabei wie der Österreicher seine Hauptdarsteller arrangiert, sie zurechtrückt wie Puppen in ihrer Stube, wie geduldig er bei seiner Arbeit vorgeht, wie exakt er fotografiert.

Seidl will seinen eigenen Blick auf die Welt werfen, er will hinterfragen und ist dabei immer auf der Suche nach den Abgründen des Menschen. Doch wie sieht seine besondere Art Filme zu machen aus? Er setzt nicht nur stur das um, was er vorher niedergeschrieben hat, sondern will in der Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern und Schauspielern Ideen leben und weiterentwickeln, er will Besonderheiten finden, an die er in der Theorie noch nicht gedacht hat. Und hier wird deutlich, wie sehr auch Seidls Schaffensprozess noch eine Suche ist. Während er über die Suche seiner Protagonisten nach dem Glück erzählt und uns vor allem auch zeigt, wie sie auf dem Weg dorthin scheitern, so sehr sucht er auch selbst noch während seiner Arbeit. Durch dieses Vorgehen gepaart mit einer genauen Idee in seinem Kopf hat Seidl es geschafft, sich als einer der Ausnahmekünstler unserer Zeit zu etablieren.

DOK Internationales Programm / 5 Kreuzer

30.10., 14.15 Uhr, Passage Kinos Filmeck


Kommentieren


0 Kommentar(e)