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Dokblog 2014

Das Patriarchat in der Krise: »Die Näherinnen«

Ein entlegener Ort Mitten in Mazedonien, Busse rollen sternförmig auf den Parkplatz eines Firmengeländes. Unzählige Frauen, alt und jung, steigen aus und strömen emsig zu ihren Werkbänken.

  Das Patriarchat in der Krise: »Die Näherinnen« | Ein entlegener Ort Mitten in Mazedonien, Busse rollen sternförmig auf den Parkplatz eines Firmengeländes. Unzählige Frauen, alt und jung, steigen aus und strömen emsig zu ihren Werkbänken.

Wir beobachten das Geschehen von oben, aus der Perspektive des einzigen Mannes, dem Werksleiter, der das Treiben besser aus der Ferne beobachtet. »Die Frauen sind geschickter und schlauer als wir«, sagt er und klingt dabei beinah beeindruckt.

Die Männer zu den Frauen sitzen am Rand der staubigen Straßen, saufen, suchen ihr Glück im Spiel und gehen an manchem Tag auf die Jagd. Für sie gibt es keine Arbeit und keine Perspektive.

»Die Näherinnen« hätte ein anklagender Film werden können über die Folgen der Globalisierung, schlechte Arbeitsbedingungen, über Doppelschichten zum Niedriglohn, doch Regisseurin Biljana Garvanlieva hat noch genauer hingeschaut und eine Sozialstudie jenseits der wirtschaftlichen Bedingungen entwickelt. Der eigentliche Kern des Films besteht in der Frage was geschieht wenn die Herrschaft der Männer nicht länger gilt. Sich das Jahrhunderte bestehende Patriarchat aufweicht und nun die Frauen den Lohn nach Hause bringen, die Kinder erziehen, den Haushalt managen und dabei Visionen entwickeln. Wir beobachten in diesem stimmungsvollen Dokumentarfilm eine elementare Krise, in der Frauen wie Männer traditionelle Rollenmuster überdenken müssen. Wobei sich die Frauen als zäher erweisen und sich mit viel Mut und Kraft den Herausforderungen der Zukunft stellen, während die Männer ihren vorranschreitenden Bedeutungsverlust wie gelähmt ertragen.

 The Seamstresses | Mazedonien, Deutschland 2011, 30 min, R: Biljana Garvanlieva | 4 Kreuzer

31.10., 19:45, Passage Filmeck


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