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Dokblog 2014

Schlaflos in Prag: »The Great Night«

Wenn es Nacht wird in Prag, tummeln sich die Touristen auf der Karlsbrücke, in den kleinen Gässchen, auf den großen Plätzen im Zentrum, in den Bars und Diskotheken der Stadt.

  Schlaflos in Prag: »The Great Night« | Wenn es Nacht wird in Prag, tummeln sich die Touristen auf der Karlsbrücke, in den kleinen Gässchen, auf den großen Plätzen im Zentrum, in den Bars und Diskotheken der Stadt.

Abseits des Rummels, irgendwo in gesichts- und namenlosen Stadtteilen, leben ein paar einsame Gestalten, die erst in der Dunkelheit zum Vorschein kommen und dorthin auch wieder verschwinden. Es braucht eine Weile, bis überhaupt jemand in dieser Düsterheit einen Ton heraus bringt. Es sind Schimpfworte, Klagen, Belangloses. »The Great Night« zeichnet ein trauriges Bild der Einwohner Prags. Ein alternder Boxer trifft sich mit einer Prostituierten, sie reden über ihre Drogensüchte. Etwas wie Sehnsucht scheinen sie nicht mehr zu kennen.

Zu den pathetischen Klängen von »Lascia ch’io pianga« von Händel (das einigen aus Lars von Triers »Antichrist« im Gedächtnis geblieben sein sollte) tanzen die alte und die junge Frau in der Disko. Eine wird von der Tanzfläche verjagt, die andere küsst einen Fremden.

Wenn es aber daran geht, die Geschichten etwas zu vertiefen, die Schicksale noch dramatischer herauszuschälen, wirken einzelne Szenen zu gestellt, zu inszeniert. Regisseur Peter Hatlé bricht auf diese Weise leider die sonst stimmige Atmosphäre des Films auf. Aber vielleicht ist auch nur so dieser Kampf gegen die Einsamkeit zu ertragen. Ein Kampf, der sowieso längst verloren scheint.

Doc Alliance Selection/3 Kreuzer

2.11., 14 Uhr, Passage Kinos Filmeck


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