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Dokblog 2015

Tagestipp »Floating Life«

Fast wirkt die Leere auf den endlosen Weiten des Loktak im Norden Indiens wie ein direkter Gegensatz zu den überfüllten Großstädten. Doch die Zivilisation zeigt sich von ihrer schmutzigsten Seite in Bergen von Müll, die an die Küsten geschwemmt werden.

  Tagestipp »Floating Life« | Fast wirkt die Leere auf den endlosen Weiten des Loktak im Norden Indiens wie ein direkter Gegensatz zu den überfüllten Großstädten. Doch die Zivilisation zeigt sich von ihrer schmutzigsten Seite in Bergen von Müll, die an die Küsten geschwemmt werden.

Verantwortlich macht die Regierung die Menschen, die auf künstlichen Inseln aus Schwemmland seit Generationen ihre Hütten bauen – absurd, sind die Fischer doch angewiesen auf das fragile ökologische Gleichgewicht des Sees. Die Gründe, warum ihre Siedlungen ein Dorn im Auge der Regierung sind, liegen woanders und die kommerzielle Nutzung des Sees für Wasserkraftwerke ist da ein nicht unwesentlicher Faktor. Weit draußen leben die Siedler heute, möglichst weit von der Küste und dem Arm des Gesetzes entfernt und außerhalb der Gesellschaft. Immer wieder zerstören die staatlichen Organe die Hütten, immer wieder bauen die Fischer sie auf. Sie haben nichts anderes. In beeindruckenden Aufnahmen der Natur und der Menschen, die im Einklang mit ihr überleben, zeigt Haobam Paban Kumar das bedrohte Leben einer im Untergang befindlichen Zivilisation. Die Hintergründe sind schwer zu erfassen und werden in den Büros der Städte geschmiedet. Die Auswirkungen treffen die Menschen, die Kumar über Jahre hinweg begleitete, direkt und unerbittlich. Mit dem Mut der Verzweiflung haben die Menschen begonnen, sich zur Wehr zu setzen. Doch wie lange reicht ihre Energie?

Lars Tunçay

27.10.2015, 17:30, Cinémathèque Leipzig

30.10.2015, 22:30, Passage Kinos Filmeck


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