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Dokblog 2015

Tipp: A Baptism of Fire

Die moderne Infrastruktur der Medien ermöglicht heute einen nahezu ungebrochenen Fluss an Informationen und Nachrichten. Der Ursprung der Bilder und die Umstände ihres Entstehens können in dieser Geschwindigkeit kaum mehr einzeln wahrgenommen werden.

  Tipp: A Baptism of Fire | Die moderne Infrastruktur der Medien ermöglicht heute einen nahezu ungebrochenen Fluss an Informationen und Nachrichten. Der Ursprung der Bilder und die Umstände ihres Entstehens können in dieser Geschwindigkeit kaum mehr einzeln wahrgenommen werden.

»A Baptism of Fire« des 1984 geborenen Regisseurs Jérôme Clément-Wilz wirft den Zuschauer mitten hinein in das prekäre Geschäft mit den Bildern – hautnah am Alltag junger Journalistinnen und Journalisten, die sich in die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt wagen, um authentische Eindrücke aus erster Hand zu liefern.

Im Jahr 2011 entschließt sich der Fotograf Corentin Fohlen, die Demonstrationen auf dem Tahir-Platz mit der Kamera festzuhalten. Der Regisseur Clément-Wilz begleitet ihn und weicht ihm von nun an kaum mehr von der Seite. Sie treffen dort auf eine Gruppe anderer junger Franzosen mit dem gleichen Ziel. Durch die unbedingte Nähe zu seinen Protagonisten und dem Geschehen, in dem sie sich bewegen, kann »A Baptism of Fire« als glaubwürdiges Zeugnis für die oft beängstigend intensive Arbeit junger Kriegsreporter gesehen werden. Niemand ist in diesem scheinbar eingeschworenen Zirkel über Dreißig, niemand hat einen fest zugesagten Auftrag oder gar eine finanzielle Absicherung über den Moment hinaus. Ihre Rückversicherung scheint allein die Hoffnung auf den einen richtigen Moment zu sein. Der Film ist ebenso kurz wie heftig – nachdem sich der Fotograf Fohlen für einen Einsatz in Libyen entscheidet, zieht das Tempo an: Schnelle Schnitte, mit treibendem Sound unterlegte Szenen, hastende Menschen, abgesprengte Gliedmaßen, die in die Kamera gehalten werden um zu verdeutlichen: Das hier ist echt! Zwischen den Gefechten schnell eine Zigarette – rings herum liegen Verletzte am Boden und mit ihnen die Überreste einer Zivilisation. Aber woher kommt die Überzeugung für diesen Job, den Fohlen und die anderen Reporter ausüben? Was treibt sie an, was ist ihr Ziel und wofür haben einige von ihnen im Kugelhagel ihr Leben gelassen? Vielleicht kann es darauf keine einfache Antwort geben. Die Frage jedenfalls steht allen in den ruhigen Momenten des Films ins Gesicht geschrieben. »A Baptism of Fire« ist ein intimer und bedrückender Blick ins Chaos, ohne Pathos oder Stilisierung, der jeden dazu anregt, sich eine eigene Meinung über das Gesehene zu bilden.

29.10., 19.15 Uhr, Passage Kinos Wintergarten
31.10., 14 Uhr, Cinémathèque


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