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Dokblog 2016

Herzzerreissend

Der Eröffnungsfilm »Ma vie de Courgette« trifft ins Herz

  Herzzerreissend | Der Eröffnungsfilm »Ma vie de Courgette« trifft ins Herz

In diesem Jahr feiern die Aardman Studios ihr 40jähriges bestehen auf dem 59. DOK Leipzig. Am Freitag wird Mitbegründer David Sproxton in der Schaubühne Lindenfels aus der Geschichte des Animationsstudios erzählen. Vielleicht die größte Leistung, die Nick Park & Co. vollbracht haben ist, den knetanimierten Stop-Motion-Film für ein breites Kinopublikum zu öffnen. Seit ihren ersten »Wallace & Gromit« Abenteuern sorgen sie mit jedem neuen Werk für Begeisterung gleichermaßen bei kleinen und großen Kinozuschauern – die Basis für die Meisterwerke von Tim Burton und Henry Selick (»A Nightmare Before Christmas«) oder den Laika Studios (»Coraline« und aktuell »Kubo, der tapfere Samurai«).

Abseits der großen Studios entstand in Frankreich »Ma vie de courgette« als abendfüllende Adaption des Romans »Autobiographie d'une courgette« von Gilles Paris. Mit einer unglaublichen Liebe zum Detail bastelten Claude Barras und sein Team an der Welt eines neunjährigen Waisenjungen, der von allen »Courgette« (Zucchini) genannt wird. In einem Heim für Kinder aus zerrütteten Familien findet er Freunde. Obwohl sie grundverschieden sind, müssen sie füreinander einstehen, um das Leben zu meistern. Ein melancholisches, bittersüßes Juwel, das wohl jeder mit einem lachenden und einem weinenden Auge und einem wohlig warmen Gefühl unter dem Brustkorb erleben wird, spätestens wenn Sophie Hunger am Ende Noir Desirs »Le vent nour portera« in einer traumhaft schönen Interpretation intoniert.

Im Juni gewann der Film auf dem diesjährigen Annecy Animated Film Festival, dem weltweit wichtigsten Festival für Animationsfilm, den begehrten Cristal Award und den Publikumspreis. Auf dem Filmfestival in Cannes galt er als geheimer Favorit der Herzen. Die Entscheidung der Auswahlkommission, »Ma vie de Courgette« als ersten animierten Eröffnungsfilm in der Geschichte des Festivals zu wählen, kann man nur beklatschen. Dieser Film gehört auf die große Leinwand, mit einem großen Publikum, das er hoffentlich auch bundesweit bei seinem Kinostart im kommenden Frühjahr finden wird. Besser kann ein Festival nicht beginnen.

»Ma vie de courgette«: CH/F 2016 | R: Claude Barras |  Internationaler Wettbewerb | 70 min | französisch | engl. UT | Deutsche Premiere

JSA Regis-Breitingen: 1.11., 17 Uhr


CineStar 8: 2.11., 10.30 Uhr, 5.11., 13 Uhr


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