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Dokblog 2016

Regisseurinnen, Religion und Politik

Bei der deutsch-englischen Eröffnungsveranstaltung wurde gefragt: What’s going on in dieser Welt?

  Regisseurinnen, Religion und Politik | Bei der deutsch-englischen Eröffnungsveranstaltung wurde gefragt: What’s going on in dieser Welt?

eroeffnungDas Überraschendste an der Eröffnungsveranstaltung war ihre Länge. Nach zwei Stunden war sie schon vorbei. Das lag einerseits daran, dass der Eröffnungsfilm »My Life As A Courgette« nur eine gute Stunde ging, aber auch die drei Rednerinnen nicht ausschweifend wurden, sondern recht präzise zum Punkt kamen. Und der Punkt, oder besser gesagt die Punkte waren bei Festivalintendantin Leena Pasanen, der sächsischen Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange und der Leipziger Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke nahezu die gleichen: Regisseurinnen, Religion und Politik.

Schon im letzten Jahr  – und gleichzeitig ihrem ersten als Intendantin – hatte sich Pasanen bestürzt über die geringe Zahl von weiblichen Filmemacherinnen gezeigt. Daher wird nun ein Preis an das beste von einer Regisseurin geleitete Filmprojekt  verliehen – in Kooperation mit EWA (European Women’s Audiovisual Network) und mit Stange als Schirmherrin oder »Godmother«, wie Pasanen sie nannte.

Bei der Vorstellung der Jurys – auch diese erfolgte kurz und schmerzlos und mit einfachem In-die-Runde Winken – stach die interreligiöse heraus, da dort erstmals auch ein jüdischer und ein muslimischer Vertreter mitentscheidet.

»Ungehorsam« ist das übergreifende Motto des Festivals. Denn wir befinden uns in einer dunklen Periode der Weltpolitik, sagte Pasanen. Brexit, Trump, Hate Speech – um nur einige Schlagworte zu nennen. So passte es, dass Jennicke in ihrer Rede vor allem Friedenspreisträgerin Carolin Emcke zitierte mit der Frage: »Was können wir tun?« Eine Antwort sei, sich einzubringen, einzumischen. Und Dokumentarfilme zwingen zumindest, hinzusehen.

Zum Beispiel in die Türkei, auf der in diesem Jahr der Länderschwerpunkt liegt. Und gerade die Dokumentarfilmer können uns erzählen, »what’s going on there«, betonte Pasanen. Das Festival solle ein Zeichen dagegen setzen, die Welt in Schwarz-Weiß einzuteilen. Genau deswegen ist das Logo dieses Jahr in Schwerz-Weiß, sagte Pasanen.

Und nachdem sich alle einig waren, wie wichtig politische Dokumentarfilme zur Besserung der Welt sind, begann das Festival erstmals mit einem Animationsfilm. Eine rührende Geschichte über lustige, hoffnungsvolle Waisenkinder. »Das können manche ungewöhnlich finden«, kommentiert Pasanen die Auswahl. »Aber so sind wir nun mal.«


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