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Dokblog 2016

Zugig

Der Eröffnungsabend im Hauptbahnhof

  Zugig | Der Eröffnungsabend im Hauptbahnhof

DOK-Start in der Osthalle. Statt bei schummriger Saalbeleuchtung in gemütlichen Kinosesseln zu versinken, konnte man sich gestern im Hauptbahnhof zwischen Klappstuhl und Steintreppe entscheiden, um den französischen Animationsfilm »My Life as a Courgette« anzuschauen. Die Idee, den Eröffnungsfilm der DOK an einem öffentlichen Ort zu präsentieren, wie es auch schon letztes Jahr der Fall war, ist an sich eine nette Sache. Frei zugänglich, kein Eintritt. Das zog gestern auch viele junge Leute in den Bahnhof. 

Doch wenn einem von rechts ein großes Burger King-Symbol entgegen leuchtet, Reisende die Stufen auf und ab eilen und gelegentlich eine Taube von einer Seite der Halle zur anderen segelt, kann sich Kinostimmung nicht recht einstellen. Wer eine halbe Stunde vor Beginn keinen Platz mehr auf den Stühlen ergattert hatte, kauerte dann auf einer kalten Treppenstufe (wie es bei der Autorin der Fall war). Die Sitzkissen aus Schaumgummi, die zuvor verteilt wurden, konnten dem frösteligen Klima auch keine große Abhilfe schaffen. Ja, gemütlich ist was anderes.

Doch dem berührenden Stop-Motion-Film um den kleinen, zarten Jungen Courgette, der im Heim erfährt, was Liebe und Vertrauen bedeuten, gelang es trotzdem, ein warmes Gefühl im Zuschauer zu erzeugen. Die anschließende Besprechung mit Elie Chapuis, einem der Animatoren des Films, gab zudem interessante Einblicke in die technische Arbeit bei der Herstellung eines Trickfilms. Um die Emotionen so fein und subtil wie möglich zu vermitteln, mimten die Animatoren bisweilen selbst die einzelnen Aktionen ihrer Protagonisten und filmten sich dabei. Weil die Location Hauptbahnhof bei der letzten DOK so gut angekommen war, gibt es nun auch jeden Abend eine kostenfreie Vorstellung in der Osthalle. Also, warm anziehen!


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