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Dokblog 2016

Unbeschreibbar

Drei Mädchen sprechen in »A157« über das Leid, das ihnen der Krieg angetan hat

  Unbeschreibbar | Drei Mädchen sprechen in »A157« über das Leid, das ihnen der Krieg angetan hat
Gleich zu Beginn des Filmes stellt sich ein beklemmendes Gefühl ein. Lautes Donnergrollen. Es regnet in Strömen. Die Wege in dem riesigen Flüchtlingslager, irgendwo an der türkisch-syrischen Grenze, sind verschlammt. Ein junges Mädchen zieht ihre Schlappen über den nassen Pfad, während sie auf ein UNHCR-Zelt zusteuert. Es hat die Nummer A157. Fast ausschließlich auf das Zeltinnere konzentriert, nähert sich diese Doku dem Schicksal dreier junger Mädchen, jesidische Kurdinnen aus Syrien, die den Gräueltaten der IS-Kämpfer zum Opfer gefallen sind. Sie haben überlebt, konnten fliehen, und fristen nun ein verzweifeltes Dasein in dem Zelt.

Der iranische Filmemacher Behrouz Nooranipour hat Roken (15), ihre jüngere Schwester Hailin (11) und deren gemeinsame Freundin Soolaf (13) im Lager getroffen und für ein Stück begleitet. Was die drei Mädchen erzählen, erschüttert. Während der Regen unaufhörlich auf das Zeltdach prasselt, spricht Roken darüber, was Krieg für sie bedeutet. »Krieg hat keine Ahnung davon, wie sehr du deinen Bruder und deine Schwester liebst, deine Mutter...« Auf die Frage, ob ihr Kämpfer weh getan haben, antwortet die stille Soolaf mit einem kurzen »Ja«. Alle drei sind schwanger. Vergewaltigt von dem selben Mann.

Was den Protagonistinnen angetan wurde, ist kaum zu beschreiben. Sie fassen es in ihre Worte. Der Film gibt ihnen eine Möglichkeit, ihre traumatischen Erfahrungen in die Welt hinauszusprechen. Ihr Schicksal ist das von tausenden Frauen und Mädchen, die während des systematischen Genozids der IS-Terrormiliz an den kurdischen Jesiden im Irak verfolgt, verschleppt und vergewaltigt wurden. A157 ist ein Film, der tief und doch behutsam vordringt in die Ohnmacht dreier junger Mädchen, die der Krieg in ihnen hinterlassen hat. Und mit der sie nun leben müssen.

CineStar 8: 4.11., 16 Uhr 

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