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Dokblog 2016

AusgeDOKt

DOK Industry beim diesjährigen DOK Festival Leipzig 2016

  AusgeDOKt | DOK Industry beim diesjährigen DOK Festival Leipzig 2016

Eine Woche prallen Lebens für die Leipziger Filmlandschaft ist vorüber. Es kann nur jedes Herz erfreuen, zu sehen, wie viele Menschen regelmäßig Jahr für Jahr in die Spielstätten des DOK Leipzig pilgern und dem Dokumentar- und Animationsfilm ihre Aufwartung machen.

Neben dem regulären Publikum trifft sich immer auch die Branche, um neue Trends entweder vorzustellen oder zu begutachten. Diskussionen, Panels, Workshops, Case Studies oder nicht zuletzt das weiße Iglu des DOK Neuland sorgen für ein enges Zusammenrücken der Vertreter*innen aus allen Bereichen der Branche.

Dabei wird das Aufbrechen erzählerischer Grenzen immer wieder zum Thema und auch in diesem Jahr konnte man eifrigen Gespräche über die Möglichkeiten neuer Auswertungswege oder innovative Formen des Storytellings an jeder Ecke lauschen. Das Schlagwort »Virtual Reality« wird dabei überdurchschnittlich oft bemüht aber gibt allem Anschein zum Trotz längst nicht die Bandbreite der Ideen wieder, die sich in kreativen Köpfen abspielen.

Das Festival selbst bildet zum großen Teil Filme ab, die auf herkömmlichem Weg entstanden. Die Ansätze und auch die künstlerische Handschrift jeder der gezeigten Arbeiten steht natürlich für sich. Im DOK Neuland-Zelt auf dem Leipziger Markt jedoch werden die Arbeiten gezeigt, von denen Viele in der Branche reden. »T)raumzwang« – ein 360°-Film des Regisseurs Pascal Hanke – funktioniert ganz wunderbar mit der Oculus Rift und schalldichten Kopfhörern. Es erstaunt immer wieder, wie die eigene verortete Empfindung des Körpers durch Bild und Klang getäuscht wird, wie sehr man Räume in ihren Tiefen und Weiten wahrnimmt und welchen Zugewinn an Wahrhaftigkeit eine Geschichte wie die von »T)raumzwang« erhält, indem sie auf eine Weise präsentiert wird, wie es im DOK Neuland zu erleben war. Dazu gehörte auch die Webdokumentation »Im Märkischen Sand« der Regisseur*innen Nina Mair, Matthias Neumann und Katalin Ambrus, die mit beeindruckenden Animationen die abscheulichen Verbrechen der Nazis an italienischen Zwangsarbeitern schilderte und den schwierigen Umgang damit auch über 70 Jahre später. Erzählerisch neue und innovative Formate finden im Iglu eine Bühne.

In den Veranstaltungen der DOK Industry wird darüber geredet, Visitenkarten wechseln die Besitzer*innen, Ideen werden getauscht. Das war auch in der Veranstaltung DOK Exchange so, die genau diesen Ansatz verfolgte: Macher*innen, Produzent*innen und auch Distributor*innen transmedialer Formate miteinander ins Gespräch zu bringen und der weitverzweigten Branche Übersichtlichkeit zu verleihen.  Und ähnlich zu einem Besuch im weißen Iglu des DOK Neuland machte auch diese Veranstaltung klar: An Inhalten fehlt es nicht. Auch Ideen und Technik zur Umsetzung sind da, man kann die Kreativität greifen und scheinbar direkt drauflos gestalten. Aber ach – wenn die Frage nach der Finanzierung nicht wäre! Genau hier klaffen die Lücken und scheiden sich die Geister. Auf umsetzbare und attraktive Modelle der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit warten noch die Meisten vergebens. Da haben es die konventionellen Formate einfach leichter, weil die Auswertungswege etabliert sind. Aber vielleicht bietet das kommende Jahr hier neue Ansätze und mutige Förderer. Das jedenfalls ist den vielen aufregenden Ideen zu wünschen.


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