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Dokblog 2016

Ausgezeichnet kurz

Die Kurzfilme »Eternal Hunting Ground« und »Patriotic Lesson« wurden gestern mit der goldenen Taube ausgezeichnet

  Ausgezeichnet kurz | Die Kurzfilme »Eternal Hunting Ground« und »Patriotic Lesson« wurden gestern mit der goldenen Taube ausgezeichnet

Ein blondes Mädchen steht auf der Bühne und singt ein bewegendes Lied über den Krieg. Die Eltern sind stolz, die Lehrer gespannt, die älteren Zuhörer beginnen zu weinen: In einer Schule irgendwo in Polen findet ein Wettbewerb für patriotische Poesie und Musik statt. Großartig fängt Regisseur Filip Jacobson in »Patriotic Lesson« den Mikrokosmos Turnhalle ein und taucht die Szenen in schwarz-weiß, als wäre diese Veranstaltung schon lange Vergangenheit.

Und so wirkt sie auch: Die Kinder singen über Waffen und gefallene Soldaten eines Krieges, den sich nicht miterlebt haben. Sie sind fein herausgeputzt oder verkleiden sich als tapfere Kämpfer. Die Jury tritt zusammen und hat erst einmal inhaltliche Probleme: Reicht ein Lied über Waffen schon als patriotische Hymne? Ein absurder Film, bei dem man sich nicht entscheiden kann, ob man lachen oder weinen möchte und durchaus verdient ausgezeichnet mit der goldenen Taube in der Kategorie des besten kurzen deutschen Dokumentarfilms.

Poesie der ganz anderen Art gibt es beim Gewinner der goldenen Taube für den besten internationalen Animationsfilm zu bestaunen. Zwei Kinder gehen auf die Suche nach gejagten Tieren. Auf ihrem eigenen, kleinen Friedhof beerdigen sie die Vögel und Hasen und Igel und schicken sie so in die »Eternal Hunting Grounds« – die ewigen Jagdgründe. In liebevoller Animation zeigt die norwegisch-estische Koproduktion der Regisseurin Elin Grimstad welch Paradies in diesen Jagdgründen wartet, und was passiert, wenn der Jäger selbst die toten Tiere in die Hände bekommt. Ein ewiges Spiel zwischen Leben und Tod, Resignation und Hoffnung.



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