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Das Sommerbuch

Das Sommerbuch

USA/GB/FIN/BR 2026, R: Charlie McDowell, D: Glenn Close, Emily Matthews, Anders Danielsen Lie, 95 min

Zu Beginn des Sommers kommen Sophia, ihr Vater und ihre Großmutter mit dem Boot auf einer kleinen Schäreninsel im Finnischen Meerbusen an. Eine fehlt dabei. Die Abwesenheit der verstorbenen Mutter ist präsent und wird doch kaum verhandelt. Sophia erkundet mit der Großmutter die Insel, ist lebhaft und neugierig. Sie steht am Anfang eines Lebens, das für die Großmutter langsam endet. Während Letztere sich nach Ruhe sehnt, dürstet Sophia nach Abenteuer – zumal der Vater in der Trauer um seine Frau versinkt. Die Natur als vierte Hauptfigur zwingt sie schließlich, sich mit Leben und Tod und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Regisseur Charlie McDowell und Drehbuchautor Robert Jones folgen damit der Buchvorlage der finnlandschwedischen Schriftstellerin, Malerin und Illustratorin Tove Jansson (1914–2001), die vor allem durch die Mumins-Kinderbuchreihe bekannt geworden ist. Und sie bieten der achtfach Oscar-nominierten Glenn Close eine kleine, feine Bühne, bevor die Grande Dame Ende des Jahres nun einen Ehren-Oscar erhält. Fast 80-jährig, gibt sie Neuentdeckung Emily Matthews ganz uneitel den passenden Raum, um aufzublühen – als Figur und als junge Schauspielerin. Einzig die englischen Originaldialoge wirken in der skandinavischen Atmosphäre des Films manchmal gestelzt und deplatziert. Ein zarter Film, in dem Wellen manchmal mehr sind als Worte. NADINE FAUST


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