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Bitteres Fest

Bitteres Fest

E 2026, R: Pedro Almodóvar, D: Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón, 111 min

Das Casting verläuft ungewöhnlich. In einem Stripclub trifft die Werberegisseurin Elsa den jungen Feuerwehrmann Bonifacio, der als Tänzer sein Gehalt aufbessert. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen. Bald sind sie ein Paar und Bonifacio ist das Gesicht von Elsas neuer Kampagne. Anderswo in Madrid steckt Filmemacher Raúl Durán in einer schweren Krise. Die großen Filme hat er alle schon gedreht. Durán weiß nicht, wohin mit sich – bis jemand in seinem Umfeld einen Schicksalsschlag erleidet. Kann er vielleicht Kapital daraus schlagen? Pedro Almodóvars »Bitteres Fest« ist eine Art inoffizielle Fortsetzung von »Leid und Herrlichkeit«. Wieder widmet sich der Spanier im Film dem Filmemachen. Und wieder ist er am besten in den ganz intimen Momenten. Unaufdringlich fängt die Kamera noch die kleinsten Regungen ein: einen Kuss, einen Augenaufschlag, eine flüchtige Berührung. Statt Hollywoodstars spielen diesmal Größen des spanischen Kinos. Der Rest ist vertraut. Es geht um Kunstwerke, Drehbücher und Zusammenbrüche. Fiktionale Szenen mischen sich mit dem realen Leben: Assistenten wollen nicht als Stoff benutzt werden. Die Kreativen verstecken sich hinter ihren Sonnenbrillen. Man könnte so viel Selbstbespiegelung ermüdend finden. Doch wer erzählt sonst so schön von der Schwermut? Wer bietet diese Farben und im tiefsten Schmerz so heitere Erkenntnisse? »Bitteres Fest« überzeugt – bis ins berührende Finale. Josef Braun


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