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Der Kommunist

Der Kommunist

D 2026, Dok, R: Lutz Pehnert, 123 min

Die 70.000 Euro Filmförderung für diese Dokumentation sind nicht ohne Ironie. Denn der Film verklärt das Leben des letzten DDR-Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz. Ohne Einordnung rahmt Regisseur Lutz Pehnert »Kommunist« mit anekdotischem Zierrat. Ein Niederländer besucht Egon Krenz regelmäßig im Ostsee-Häuschen. Die einst jüngste LPG-Funktionärin spricht warme Worte. Was ein Kommunist ist und warum Krenz einer ist, wird nicht erzählt. Er wächst als Christ auf, die Befreier der Roten Armee schenken ihm Brot. Nachdem er als Schüler für die CDU arbeitete, stellt ihn die SED für Botendienste ein – plötzlich will er in der Partei mitmachen. Mehr erfährt man über seine Motivation nicht. Einige Lebensstationen werden abgerissen, bis er schließlich fünfzig Tage lang die DDR lenkt – und bedauert, Vorgänger Erich Honecker nicht früher kritisiert zu haben für seine »Verkrustung«. Inhaltlich blass klingt das wie eine Krenz-Schutz-Behauptung. Die Panzerkonfrontation 1961 in Berlin nimmt Krenz zum Beweis eines Bürgerkriegs, der Mauerbau wird nicht thematisiert. Dosierte Kritik kommt nur durch alte Talkshow-Schnipsel. Ferdinand von Schirach mildert da Krenz’ Urteil im Mauerschützenprozess ab: Moral habe hier keinen Platz. Daher zeigt der Film auch lieber Krenz im Meer winkender Blauhemden, statt zu fragen, welche Verantwortung man als FDJ-Chef trägt für Gehirnwäsche der Jugend und real existierenden Kasernenhofsozialismus. Tobias Prüwer


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