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Golda – Israels Eiserne Lady

Golda – Israels Eiserne Lady

USA/GB 2023, R: Guy Nattiv, D: Helen Mirren, Camille Cottin, Rami Heuberger, 100 min

1973 tobte in Israel für drei Wochen der Jom-Kippur-Krieg, als das Land sowohl von Syrien als auch Ägypten angegriffen wurde und sich zwischen zwei Fronten behaupten musste. Damals wurde das Land von einem der ersten weiblichen Regierungsoberhäupter angeführt, Golda Meir (wieder einmal grandios: Helen Mirren). Obwohl es ihr gelang, die verfeindeten Nationen zu einem Friedensvertrag zu bewegen und Israel als Staat anerkennen zu lassen, wird Meirs Vermächtnis, gerade in Israel selbst, auch heute noch kontrovers betrachtet. Denn aufgrund einer gewagten Entscheidung Meirs fanden Hunderte israelische Soldaten damals den Tod. Guy Nattivs Film entstand bereits 2022 und wurde im Februar 2023 auf der Berlinale uraufgeführt, als noch keiner etwas von den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen ahnen konnte. Dennoch unterstreichen sie nun sehr eindringlich, wie unverändert zeitgemäß das Thema leider nach wie vor ist. Ähnlich wie im Churchill-Film »Die dunkelste Stunde« mit Gary Oldman, der im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, spielt auch »Golda« fast ausnahmslos in Verhandlungsräumen, in denen die Premierministerin mit ihren militärischen Leitern die verzwickte Lage bespricht. Das ist leider nicht durchweg packend, weil das Drehbuch Schwächen und plakative Symbolik aufweist. Vielleicht hätte man der spannenden Figur Golda Meirs noch mehr Raum geben sollen, aber ein richtiges Biopic zur Politikerin entstand schon 1982 mit Ingrid Bergman. Gleichwohl gewinnt der Film durch Mirrens faszinierende Performance und ihre für einen Oscar nominierte Maske. Frank Brenner


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