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Mit leiser Stimme

Mit leiser Stimme

F/TUN 2026, R: Leyla Bouzid, D: Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau, 98 min

Lilias Onkel in Tunesien ist unerwartet gestorben, und so reist die in Paris lebende junge Frau gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin Alice in ihre alte Heimat. Alice quartiert sie allerdings in einem Hotel ein, weil die Familie noch nichts von Lilias Homosexualität weiß. Auch der verstorbene Onkel hat ein geheimes Doppelleben geführt, sein schwuler Ex-Partner wird von den Angehörigen bei der Trauerfeier nicht geduldet. Lilia begibt sich auf Spurensuche, trifft sich in einem zutiefst homophoben islamischen Land mit etlichen Menschen, die das wahre Ich ihres Onkels kannten. Dabei beginnt sie, auch ihre eigene Lebenssituation zu überdenken. Will sie die gleichen Fehler begehen oder soll sie es wagen, sich klar zu Alice und ihrem wirklichen Leben zu bekennen? Leyla Bouzid hat hier ein sensibles Familiendrama inszeniert, das sich sehr gemächlich entwickelt und das Publikum zunächst teilhaben lässt an den traditionellen Beerdigungsritualen in Tunesien. Langsam wird dabei ersichtlich, dass es hinter der heilen Fassade der Familie bröckelt. Auf äußerst feinfühlige Weise versetzt uns Bouzid in die Lage ihrer innerlich zerrissenen Protagonistin und zeigt uns anhand ihrer Nachforschungen andere Facetten des heutigen Tunesien. »Mit leiser Stimme« ist ein zutiefst berührender und durchweg packend inszenierter Film, der den Mut aufbringt, für einen gesellschaftlichen Wandel zu werben. Frank Brenner


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