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Niñxs – Das Leben glitzert

Niñxs – Das Leben glitzert

MEX/D 2025, Dok, R: Kani Lapuerta, 96 min

Für seinen ersten Langfilm hat sich der Filmemacher Kani Lapuerta direkt ein äußerst komplexes Sujet ausgesucht: In »Niñxs – Das Leben glitzert« hat er über acht Jahre hinweg das Leben des Trans-Mädchens Karla Bañuelos mit der Kamera begleitet. Kani Lapuerta ist selbst trans und als sich die beiden kennenlernten, war Karla erst sieben Jahre alt, doch auch damals erkannte sie bereits, dass sie lieber als weiblich denn als männlich gelesen werden möchte. In ihrem progressiven Elternhaus hatte sie damit offene Türen eingerannt, aber aufgrund der Asthma-Erkrankung Karlas zieht die Familie von Mexico City in das eher provinzielle Tepoztlán. Nach den Corona-Jahren und dem obligatorischen Fernunterricht kommt Karla auf eine weiterführende Schule und will dort von Anfang an weiblich gelesen und adressiert werden. »Niñxs – Das Leben glitzert« ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm, sondern versprüht auch in seiner Machart den Charme und das Besondere seiner Protagonistin Karla. So gibt Kani Lapuerta vor, wie der Film über sie zu beginnen und wie er zu enden hat. Obwohl er etliche Jahre des Entwicklungsprozesses abdeckt, rückt das Narrative immer wieder zugunsten von Atmosphäre und liebenswerten Details in den Hintergrund. Auch kurze nachgestellte Szenen sind originell und ungewöhnlich. Die Botschaft ist ebenso simpel wie naheliegend: Karla will »einfach glücklich sein«, und dieser Film zeigt, wie das tatsächlich gelingen kann. Frank Brenner


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