Resonance: A Plague Tale Legacy

Resonance: A Plague Tale Legacy

Entwickler: Studio Asobo, Anbieter: Focus-Entertainment, Plattform: PC, PS5, Xbox Series, Preis: 59,99 €

Das französische Studio Asobo existiert bereits seit mehr als zwanzig Jahren. Die ersten zehn hat es allerdings damit verbracht, Lizenzspiele für diverse Konsolen umzusetzen. Erst mit »A Plague Tale« entstand eine eigene Welt: ein pestverseuchtes Frankreich im 14. Jahrhundert. »Innocence« (2019) warf die Geschwister Amicia und Hugo den Ratten zum Fraß vor. In »Requiem« (2022) lernten sie, die Schwärme zu kontrollieren und auf ihre Feinde zu lenken. Der Fokus lag aber stets darauf, Konflikte möglichst zu vermeiden. Schleichen war die Devise. Die Geschichte der Geschwister und der Kampf gegen den Großinquisitor Vitalis Benevent fanden in »Requiem« ihren Abschluss. »Resonance« setzt nun früher an: Protagonistin ist Sophia, die als Kind von Nonnen in einen Konvent entführt wurde, wo man ihr eine Substanz injizierte, die finstere Visionen auslöst. Sie wird von ihrem Vater befreit, doch als der von einer Erkundung nicht zurückkehrt, muss sie erwachsen werden und lernen, sich zur Wehr zu setzen. Als sich ihr Mentor Faro gegen sie wendet, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und versucht, die Bedeutung ihrer Visionen zu ergründen. Wie die Story dabei Motive der Theseus-Sage verarbeitet, ist clever und einnehmend. Es wird deutlich mehr gekämpft als zuvor, aber auch im Stile von »Uncharted« gerätselt. Die Figuren wachsen ans Herz, der visuelle Stil ist wiedererkennbar und verfeinert, die Schauplätze sind beeindruckend und neu. Besonders im letzten Drittel wirkt »Resonance« aber unnötig gestreckt, wenn die Kämpfe zunehmen und den Fluss der mitreißenden Story hindern. Lars Tunçay


Weitere Empfehlungen