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Sechswochenamt

Sechswochenamt

D 2025, R: Jacqueline Jansen, D: Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, 98 min

Mit einem letzten Seufzer scheidet Martha im Erkelenzer Hospiz nach langer Krebserkrankung mit nur 55 Jahren aus dem Leben. Nur ihre Tochter Lore, die die geliebte, freigeistige Mutter in ihren letzten Stunden nicht allein gelassen hat, bekommt es mit und nimmt Abschied, sanft ein Schlaflied summend. Sie durchlebt in den Folgetagen all das, was die meisten in ihrer Situation durchmachen: Realisieren, Funktionieren, Organisieren, unterbrochen von Momenten der Verärgerung und Enttäuschung, wenn es ihren Mitmenschen kaum um echte Unterstützung, sondern hauptsächlich um das Erfüllen von Konventionen und ihre eigene Agenda geht. Dass es bei alledem Frühjahr 2020 ist und die Corona-Pandemie gerade die Welt heimsucht, nimmt Lore nur als Grundrauschen wahr. In statischen Bildern, überwiegend mit Laiendarstellern und ohne jede Filmmusik hat die Autodidaktin Jacqueline Jansen ihr autofiktionales, dokumentarisch anmutendes und ohne staatliche Förderung entstandenes leise-tragikomisches Drama inszeniert. Wie die Charaktere, auf die Lore trifft, zwischen hilf-, teilnahms- und pietätlos skizziert werden, verleitet sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken über das »Danach« und vermittelt ein stimmiges Bild einer Kleinstadtgemeinschaft im äußersten Westen Deutschlands. Zusammengehalten wird das von Hauptdarstellerin Magdalena Laubisch, deren Stimmungen während ihrer Trauerarbeit sich auf uns übertragen. Peter Hoch


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