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Thief VR: Legacy of Shadow

Thief VR: Legacy of Shadow

Entwickler: Maze Theory, Anbieter: Vertigo Games, Plattform: Meta Quest, PSVR2, Preis: 29,99 €

Am Ende der actionbetonten Neunziger war die Spielewelt reif fürs Schleichen: 1998 erschienen nahezu zeitgleich in Ost und West zwei Titel, die das Genre der Stealth-Games begründeten: Während Hideo Kojima mit »Metal Gear Solid« für den japanischen Markt auf die Steuerung eines 3-D-Modells setzte, wählte Looking Glass für »Thief: The Dark Project« die Egoperspektive. Wo man vorher in »Doom« und »Quake« rannte und ballerte, war nun bedachtes Vorgehen angesagt. Obwohl »The Dark Project« ein beachtlicher Erfolg war und einige Fortsetzungen bis hin zu einem Reboot 2014 erschienen, hat sich die Reihe nie so recht in die Ahnengalerie der Spielehistorie einreihen können, fand aber viele leidenschaftliche Fans. Die Vermählung mit VR vollendet das Konzept nun auf erstaunliche Weise. Im Grunde schleicht man wie gewohnt durch die Schatten und nimmt mit, was glänzt. Die Immersion macht das Erlebnis, wirklich in der Haut des Diebes zu stecken, besonders – bzw. der Diebin. Denn in »Legacy of Shadow« ist die gewiefte Magpie die Protagonistin. Durch einen Story-Kniff muss aber auch niemand auf die trockenen Kommentare von Serienveteran Garrett verzichten. Neben dem Diebeshandwerk, das sich hervorragend steuert, bietet die Story ausreichend Rechtfertigung, dem fiesen Baron Northcrest den Thron unter dem Hintern zu klauen. Wirklich hautnah wird es, wenn man das Mikro auf »immersiv« schaltet und aufpassen muss, dass man nicht unbedacht niest oder hustet oder nebenbei Chips kaut – denn all das könnte die Wachen auf den Plan bringen. Lars Tunçay


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