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Truly Naked

Truly Naked

NL/B/F 2026, R: Muriel d‘Ansembourg, D: Caolán O‘Gorman, Andrew Howard, Alessa Savage, 102 min

Alec ist ein schüchterner Teenager. Gerade ist er mit seinem Vater aus London in ein verschlafenes Städtchen an der Küste gezogen. In der neuen Schule hält er lieber den Kopf unten. Niemand soll erfahren, womit sein Vater Geld verdient: Als Dylan Savage ist er Pornodarsteller und Produzent. Seine Filme dreht er in ihrer kleinen Wohnung. Für Alec gehört das zum Alltag. Er dreht und schneidet die Filme. Doch Dylan ist alt geworden und die Nachfrage sinkt. Krampfhaft versucht er, das Geschäft am Laufen zu halten. Als sich Alec in seine Mitschülerin Nina verliebt, beginnt er, sein vertrautes Leben in Frage zu stellen. Nina bringt ihm bei, was es bedeutet, wirklich nackt zu sein und gesehen zu werden. Im Gewand eines Coming-of-Age-Dramas thematisiert die niederländische Filmemacherin Muriel d’Ansembourg die Suche nach Nähe abseits pornografischer Reizüberflutung. Ähnlich wie Ninja Thybergs »Pleasure« spart auch ihr Debüt dabei keine Details aus und liefert einige feministische Kommentare zu den patriarchalen Strukturen der Pornoindustrie. Das ist manchmal arg vordergründig, jedoch insbesondere von den jungen Hauptdarstellern überzeugend verkörpert. Die unbeholfene aufkeimende Liebe zwischen Alec und Nina ist charmant in Szene gesetzt und steht im Kontrast zu den Sexszenen am Set. »Truly Naked«, zum Teil mit professionellen Pornodarstellerinnen gedreht, verdammt die Branche nicht pauschal, sondern bietet einen differenzierten, menschlichen Blick. LARS TUNÇAY


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