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A Game about digging a Hole

A Game about digging a Hole

Entwickler: Cyberwave, Publisher: Rokaplay, Plattform: PC, Preis: 5 €

Menschen lieben Wachstum. Dass wir irgendwie weniger wachsen müssten, um nicht weiterhin die endlichen Ressourcen der Welt zu verheizen, ist eine deprimierende Wahrheit. Ungebremste Freude über ungelenktes Wachstum wirkt unangemessen. Kein Problem, genau dafür gibt es ja Spiele. Hier können Dinge endlos wachsen. Die Eskalation ist über alle Genres hinweg verfügbar, sie wird von einem Teil der Community aktiv gesucht und gefeiert. Ewige Steigerung mündet in einen stupiden, aber unendlich befriedigenden Loop. »Numbers go up« ist ein oft zitierter Grund dafür, warum es Menschen nicht langweilig wird, ihren Helden im Action-Rollenspiel hochzuleveln, warum sogenannte Idle- und Clicker-Games zu viralen Phänomenen geworden sind, warum »Pokémon« eine der größten Entertainment-Marken der Welt ist und zuletzt, warum »A Game about digging a Hole« gerade einschlägt. Wer »A Game about digging a Hole« beschreiben will, kann sich fast auf den Titel beschränken. Bis auf ein paar Details: Im Garten des neuen Einfamilienhauses soll ein Schatz vergraben liegen. Das Spiel beginnt mit der Schaufel vor der Grünfläche. Beim Buddeln werden Steine, Kohle, Kupfer und andere Erze freigelegt, später dann am Laptop in der Garage verkauft. Das Geld wird benötigt, um die Schaufel und den Rucksack zu verbessern. Außerdem muss die Batterie der Schaufel aufgeladen und vergrößert werden. Sie betreibt auch den Jetpack, der schon deswegen wichtig ist, weil es in diesem Spiel keine Leitern gibt. Und so eskaliert das Buddelspiel. Nach relativ kurzer Zeit stürzt man sich von der Grasnarbe in einen gähnenden Abgrund, bohrt pockennarbige Stollen in die Dunkelheit, sprengt Steine aus dem Weg, stopft sich die Taschen voll mit Bodenschätzen und überschlägt beim Flug hinauf im Hinterkopf, ob es fürs nächste Upgrade reicht. Allerdings nur für ein paar Stunden. Das Spiel kostet aber auch nur ein paar Euro. Der Entwickler eines anderen Spiels hat es nebenbei gebaut. (...) Jan Bojaryn


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