Angeblich können Katzen Grautöne besser wahrnehmen – doch Albert Wilde sieht schwarz. Abgesehen von Fell und Pfoten ist er ein klassischer Noir-Detektiv. Der Kater will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden, vor allem von seinen zahlreichen Schuldnern, doch wenn er in einen quantenmechanisch verschränkten Fall wie diesen gerät, dann geht er auf die Jagd. Dann muss er versuchen, dieser zynischen und verlorenen Welt ein kleines Stückchen Sinn zu entreißen. Anfangs suhlt sich »Cat Detective Albert Wilde« im Noir-Klischee. Der Film-Look der Vierziger wird inklusive Unschärfe, degradierter Filmrolle und dickem Dunst nachgebastelt. Und weil Menschen hier Tiere sind, steht eine ganz neue Reihe trockener Sprüche zur Verfügung. Alle werden ausgespielt. Der Elefant im Polizeiarchiv vergisst nie. Also braucht er auch keine Kartei. Der Zeitungsverkäufer wirkt im Gespräch merkwürdig nervös. Er ist ein Sittich. Gelegentlich hält Albert inne, weil ihm einer seiner eigenen Sprüche besonders gut gefällt. Den muss er sich merken. Der Tierkrimi ist absurd, aber auch witzig und gut geschrieben. Aberwitzig ist das Geheimnis im Kern der Geschichte, aber auf dem Weg dahin muss Albert sich für ein paar Stunden durch über zwanzig Charaktere und ihre doppelbödigen Sprüche arbeiten. Bis auf eine kurze misslungene Actionpassage im Mittelteil spielen sich die Ermittlungsarbeiten reibungslos. Dass es wenig zu rätseln und viel zu latschen gibt, passt genauso in die Antiheldengeschichte: ein Kampf um Würde in einer grauen Welt. Wie im echten Leben.