Es ist wirklich ein Türsteherspiel aus Berlin. »Techno Banter« ist ausladender und ambitionierter, als es von Weitem aussieht, aber im Kern geht es immer wieder um dieselbe Standardsituation. Der hundsköpfige Nill steht an der Tür eines Clubs und besichtigt die bunte Galerie der Persönlichkeiten, die aus dem Dunkel heranrückt. Die Qualität der Party hängt unmittelbar mit der Wahl der richtigen Gäste zusammen. Die Umsetzung der Spielidee wirkt völlig einleuchtend. Wie im Indie-Hit »Papers, please« werden Menschen kurz besichtigt und mit den Anforderungen der Party abgeglichen. Und wenn Gäste abgewiesen werden, dann entspinnt sich ein kurzes Rededuell wie einst im Adventure-Klassiker »Monkey Island«. Der richtige Spruch schickt jeden Armleuchter nach Hause. Ein krasser Menschenkenner muss man nicht sein, um 10-Sterne-Parties zu kuratieren. Die Red Flags auf dem Zettel sind deutlich formuliert, die Menschen und Tiere in der Schlange tragen dick auf. Die Musik des Spiels ist Techno, die Attitüde eher Punk. Nill lebt in einer dystopischen nahen Zukunft. Er ist ein sozialer Absteiger, der vom Wiederaufstieg träumt. Doch die Welt ist korrupt. Plakativ geht es um fiese Bosse und faule Cops in einer abgefuckten Welt. So schlagfertig das Spiel gelegentlich ist, hier kann es etwas wahllos und platt werden. Das ist nicht besonders schlimm; deutlich genauer beobachtet und lebendiger auf den Bildschirm geholt sind die Charaktere im Nachtleben. Hier bestimmt Nills Umgang mit seinen Mitmenschen, wie es weitergeht. Wie im echten Leben.