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A Poet

A Poet

KOL/D/SWE 2025, R: Simón Mesa Soto, D: Ubeimar Rios, Rebeca Andrade, Guillermo Cardona, 123 min

Oscar Restrepo ist eine tragische Gestalt. Als Dichter ist er ebenso erfolglos wie in seiner übrigen Existenz. Seiner Tochter Daniela, die bei seiner Ex-Frau lebt, ist er peinlich. Seine Dichterkollegen belächeln ihn. Das Geld ist knapp, sein Wohnsitz bei seiner Mutter auch keine Lösung. Oscar nimmt notgedrungen einen Job als Lehrer an, um seiner Tochter die Uni zu finanzieren. Dort trifft er auf die 15-jährige Yurlady, die ihre Gedanken in Versen und Zeichnungen festhält. Oscar ist fasziniert und meldet das Mädchen bei einem Dichterwettbewerb an, um ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Doch Yurlady lebt in einer Familie, die wenig von Oscars Ambitionen hält. Und überhaupt ist Yurlady überhaupt nicht scharf auf Ruhm. Hier entwickelt sich kein »Good Will Hunting«, keine Geschichte davon, wie beide durch diese Begegnung auf den Pfad der Läuterung gelangen. Autor und Regisseur Simón Mesa Soto unterläuft diese Erwartungen und erzählt stattdessen eine aufrichtige, lebensnahe Geschichte von unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen und Lebensentwürfen. Oscar ist im Grunde seines Herzens ein guter Mensch, der sich jedoch durch seine Sturheit immer tiefer in die Misere reitet. Ubeimar Rios spielt ihn körperlich brillant zwischen Selbstmitleid und Selbstüberschätzung. Wie er sich windet, um sein Leben auch nur einen Zentimeter vorwärts zu bewegen, ist eine tragikomische Freude. Mit seinem rauen, kantigen Charme gewinnt der kolumbianische Film nicht nur die Herzen der Jury in Cannes. Lars Tunçay


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