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Anna von Hauswolff

Anna von Hauswolff

Iconoclasts

Iconoclasts

Als Genre hätte hier auch Kraut-Rock, Dark Ambient, Goth oder Experimental-Pop stehen können und trotzdem würden all diese Begriffe zusammen vermutlich noch immer nicht die Bandbreite dieses 72-Minuten-Brechers abbilden können. »Iconoclast«, das sechste Studioalbum der schwedischen Musikerin Anna von Hauswolff, sucht nach der eigenen Identität, der eigenen Weiblichkeit und Verletzungen aus der Vergangenheit. Womit es einen sehr weiten Bogen spannt. Gleich im ersten Song beschwört Otis Sandsjö – der neben von Hauswolff und Produzent Fillip Leyman auch maßgeblich am Album beteiligt war – mit wiedererkennbaren Saxofon-Licks »The Beast« herauf, das dann acht Songs später in »Struggle with the Beast« unkontrolliert freigelassen wird. Von Hauswolffs Stimmeneinsatz und das ekstatische Spiel von Sandsjö lassen einen nicht daran zweifeln, dass hier tiefsitzende Traumata behandelt werden. Dazwischen gibt es sehr ruhige Songs mit Disney-reifem Chorus, ein Duett mit Iggy Pop, den vermutlich besten Lana-Del-Rey-Song der letzten zehn Jahre (ohne Lana Del Rey, aber mit Ethel Cain) und immer wieder unendlich gelayerte Instrumentalstücke sowie einen 10-minütigen Titelsong, der klingt wie drei verschiedene. Man soll sich ja immer etwas zurückhalten mit Superlativen und Jahresbestenlisten, aber dieses sehr ambitionierte Projekt könnte … Jonas Fritzsche


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