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Dk.dando

Dk.dando

Tourist

Tourist

Bei einem Auftritt von Dk.dando an einem wunderschönen Spätsommertag in der Kolonnadenstraße bohrte sich die Hook von »Alles Touristen« in mein Gedächtnis. Mittlerweile befinden wir uns im tiefsten Winter, der Ohrwurm ist nach wie vor da – und die Erwartungen an das elfte Release der beiden Leipziger wurden noch übertroffen: Das Album wird mit dem besagten Dancetrack und der titelgebenden Thematik des Tourists im eigenen Leben eröffnet. Von Anfang an sind die verkopften Texte von Dando sowie die Distanz zum geliebten Leipzig auffällig. So wird auf einem dystopischen Lofi-Beat Klein-Paris zu Babylon, dann kopfnickend über bösartige menschliche Wesenszüge »Am besten gelacht« und mal schwermütig, mal beschwingt über die überlastete Leistungsgesellschaft, die Umstände in den neuen Bundesländern, den zerstörerischen Kapitalismus und wie man sich darin wiederfindet, berichtet. Dass das Album mit der Geschichte einer Freundschaft sowie dem einzigen Feature – M der Ninja – endet, gleicht der Befreiung aus dieser belastenden Welt. Musikalisch fehlt es dem ausschließlich von D.K.denz produzierten Album an nichts. Die experimentierfreudigen Beats resultieren mithilfe von tiefen Cello-Melodien, eingesprochenen Nietzsche-Aphorismen, einem Kinderchor und den zum Nachdenken anregenden Lyrics in ein einzigartiges Album, in dem man sich leicht verlieren kann. Christian Boeddener


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