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Cavs

Cavs

Sojourn

Sojourn

Mit »Sojourn« liefert King-Gizzard-and-The-Lizard-Wizard-Drummer Michael Cavanagh aka Cavs den Nachfolger zu seinem schnörkellos einfach »CAVS« betitelten Erstling von 2021. Lag dort das Hauptaugenmerk noch auf Schlagzeug und Percussion, weht auf der neuen LP ein anderer Wind. Heiß, feucht, klebrig-süß kommt er daher: Die Platte klingt so warm und dicht, wie es das tropische Dschungel-Stillleben auf dem Cover verspricht, auf dem das Schlagzeug als organischer Teil der umliegenden Vegetation inszeniert wird. Schlagzeug und Percussion spielen weiterhin eine zentrale Rolle, werden jetzt aber von Klavier, Gitarre, Querflöte, Saxofon, Synths und sogar einer Harfe umspielt. Das erinnert stellenweise an Jazz-Größen der Siebziger wie Hubert Laws, Billy Cobham oder Herbie Hancock, zieht seine eigene Ästhetik aber konsequent durch. Bass und Percussion bilden ein sattes Grundgerüst, das im Mix klar im Zentrum steht. Die Bläser und Saiteninstrumente positionieren sich dreidimensional um diesen Groove-Ankerpunkt herum. Die Kompositionen fallen zwar weniger experimentell und fordernd aus als bei den genannten musikalischen Vorbildern, bieten aber genug Tiefe, um mehrmaliges Hören zu belohnen – dadurch funktioniert die Platte sowohl als Easy-Listening-Begleitung im Hintergrund als auch als Objekt für fokussiertes Zuhören. Eine nennenswerte erzählerische Dramatik ist im Verlauf des Albums nicht zu erkennen, dafür begeistert es mit seiner Kurzweiligkeit und seinem fantastischen Sound. Das ist spritziger Obstsalat und süßer Nektar für die Ohren, der Lust auf den Sommer macht. Jakob Semmer


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